VDSL bringt Multimedia ins Wohnzimmer
Die Breitband-Übertragungstechnik VDSL (Very High Speed Digital Subscriber Line) bietet ihren Nutzern weitaus höhere Bandbreiten, als es beim herkömmlichen ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) der Fall ist. Zwar verfügt VDSL ebenfalls über einen asymmetrischen Down- und Upstream - will heißen: Down- und Uploadgeschwindigkeit sind unterschiedlich groß -, doch liegt die DSL Geschwindigkeit auf einem viel höherem Niveau.
VDSL kann bis zu 50 Mbit/s
Da die Übertragungstechnik VDSL auf einer Kombination aus herkömmlichen Kupfer- und modernen Glasfaserleitungen basiert, können theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream erreicht werden. Zur Zeit sind aber nur Lösungen mit einem maximalen Downstream von etwa 50 Mbit/s und einem maximalen Upstream von bis zu 5 Mbit/s verfügbar - und auch diese Bandbreite kann nur unter optimalen Bedingungen erreicht werden. Je näher beispielsweise die Glasfaserleitungen an den eigenen DSL-Anschluss reichen, umso schneller ist auch die Verbindungsgeschwindigkeit.
VDSL von der Deutschen Telekom (T-Home)
Die Telekom etwa verlegt - anders als die Konkurrenten von Netcologne in Köln, Hansenet (Alice) in Hamburg und M-Net in München - die Leitungen nicht bis in die Häuser, sondern nur bis zu Verteilerkästen. Von dort aus geht es mit Kupferkabeln weiter; entsprechend sinkt die Geschwindigkeit, wenn man weit vom Verteiler entfernt wohnt. Vorteil: Es müssen keine Gehsteige aufgegraben werden (das nervt in Köln beispielsweise ganz gewaltig), außerdem geht die Versorgung erheblich schneller voran, als wenn das Glasfaser-Internet bis in den Keller verlegt würde. Diese Ausbauvariante nennt man "Fibre to the curb", übersetzt heißt das "Glasfaser bis zum Bordstein".
Die Telekom begann 2007 mit dem Ausbau des VDSL-Netzes und war Anfang 2010 in rund 750 Ortschaften präsent. Allerdings ist die VDSL-Verfügbarkeit in den meisten Ortschaften nur punktuell, weshalb die Telekom auch nur 50 offizielle VDSL-Städte nennt. Die Telekom stapelt also tief, was angenehm ist, denn so vermeidet man Enttäuschungen.
Mit anderen Worten heißt das: In 700 Orten bekommt man lediglich ein direkter Umgebung des Hauptverteilers/der Vermittlungsstelle VDSL, weiter weg aber nicht. Und in den 50 offiziellen Ausbaustädten der Telekom gibt's VDSL in der Fläche.
Zu den offiziellen VDSL-Städten der Telekom gehören Aachen, Berlin, Böblingen, Bochum, Bonn, Bremen, Braunschweig, Darmstadt, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Erfurt, Essen, Frankfurt am Main, Friedrichshafen, Fürth, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Kassel, Köln, Leipzig, Ludwigshafen, Mannheim, Mainz, Magdeburg, Mönchengladbach, München, Neuss, Nürnberg, Offenbach, Oldenburg, Regensburg, Saarbrücken, Stuttgart, Ulm, Wiesbaden, Wuppertal und Würzburg.
VDSL von Vodafone
Vodafone hat Anfang 2010 bekannt gegeben, sein VDSL-Netz in 750 Ortschaften anbieten zu wollen. Bis Sommer 2010 will man vier Millionen Haushalte mit Glasfaser anschließen, los ging's im Dezember 2009 mit den Orten Esse, Dresden, Bremen, Mannheim und Ludwigshafen sowie Stuttgart.
Allerdings möchte Vodafone gerne die Infrastruktur der Telekom mitnutzen - und ob das geht und in welchem Umfang ist noch nicht geklärt. Außerhalb des eigenen Verbreitungsgebiets realisiert Vodafone die VDSL-Zugänge über ein DSL-Vorleistungsprodukt der Telekom, den so genannten Bitstrom-Zugang.
VDSL von 1&1
1&1 VDSL startete im September 2009 mit zwei Angeboten. Zunächst hatte 1&1 einen VDSL-Zugang mit 25 Mbit/s und einen VDSL-Zugang mit 50 Mbit/s im Angebot; der 25er wurde aber nach kurzer Zeit aus dem Programm genommen, so dass 1&1 mittlerweile nur noch das schnelle VDSL mit 50.000 kbit/s anbietet.
VDSL von Alice
Alice wollte mit dem verkauf von VDSL eigentlich Ende 2009 loslegen, hat den Verkauf von VDSL-Zugängen allerdings wieder eingefroren.
Vorausetzungen für den VDSL Ausbau
Voraussetzung für VDSL ist die Installation von speziellen DSLAM-Modems in der Vermittlungsstelle. Sowohl aufgrund der infrastrukturellen Voraussetzungen (Glasfasernetz) wie auch aufgrund der logistisch aufwändigen Aufrüstung der Vermittlungsstelle ist VDSL zur Zeit nur in großen Ballungszentren verfügbar. Wer nicht dort wohnt, muss sich mit dem "normalen" DSL begnügen, welches maximal 16.000 Mbit/s liefert. In den nächsten Jahren soll das VDSL-Netz aber kontinuierlich ausgebaut werden.
Für wen lohnt sich ein VDSL-Anschluss? Klare Antwort: Für Multimedia-Freunde, DSL-Dauersurfer und Online-Gamer. Letztere können mit VDSL ihre Pingzeit erheblich reduzieren (auch ohne Fastpath) und zugleich noch Dateien herunterladen. Dass auch Powersurfer mit den satten Bandbreiten ihren Spaß haben, steht natürlich vollkommen außer Frage - mit VDSL kommen auch riesige Downloads ruckzuck auf die Festplatte, Webseiten bauen sich in Augenblicken auf.
Triple Play über VDSL
Wirklich interessant ist VDSL aber in Sachen Triple Play. Triple Play heißt, dass Internet, Telefon und Fernsehen zusammenwachsen - alles kommt aus einer Dose; die Kabelanbieter Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW praktizieren dies ja bereits mit großem Erfolg und machen den DSL-Anbietern mittlerweile einen großen Marktanteil streitig.
Für derlei Multimedia-Anforderungen aber benötigt man eine große Bandbreite - wer Videos online abrufen oder die Bundesliga live übers Internet anschauen möchte - beides freilich in guter Auflösung -, der benötigt "Internet satt" und also eine VDSL-Verbindung.
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