UMTS-Speed meist langsamer als versprochen
Ist das nicht herrlich? Wer heute ins Internet will, braucht längst kein Netzwerkkabel mehr, auch keinen WLAN- oder Hotspot-Zugang. Nein, heute genügen ein UMTS-Handy bzw. ein UMTS-Surfstick am Notebook und ein Mobilfunknetz - schon kann man mit UMTS-Speed überall mobil ins Internet gehen.Der Hype, das ist ganz klar, wird in den kommenden Monaten weiter zunehmen - das iPhone von Apple ist schon weit verbreitet, es wird eigene iPad Tarife geben, immer kleinere Netbooks für unterwegs, immer leistungsfähigere Smartphones und immer mehr mobile Anwendungen fördern die Verbreitung der UMTS-Tarife. Und wenn man ehrlich ist: Der Durchbruch von UMTS hat ja auch lange genug gedauert.
Alle Provider liefern geringeren UMTS-Speed
Dank der neuesten HSDPA-Technik soll man den UMTS-Speed auf 7200 kbit/s beschleunigen können, in manchen Regionen sogar auf bis zu 14.400 kbit/s! Das allerdings sind nur theoretische Werte, wie die Computerbild in ihrer Ausgabe 10/2010 festgestellt hat. Alle vier Netzbetreiber - Telekom Mobilfunk, Vodafone, o2 und E-Plus - würden einen niedrigeren UMTS-Speed liefern als versprochen.
Computerbild-Leser testen UMTS-Speed
Mobiles Internet via UMTS mit DSL-Tempo - das ist quasi der griffige Slogan, mit dem die Mobilfunker werben. In der Praxis schafft es aber laut Computerbild keiner der Netzbetreiber, den maximal versprochenen UMTS-Speed zu bieten. Grundlage für den riesigen Test waren über 27.000 Messungen, die Computerbild-Leser via Notebook mit UMTS-Empfänger zwischen November 2009 und Februar 2010 vornahmen.
Telekom und Vodafone bieten besten UMTS-Speed
"Testsieger" blieb die Telekom mit ihrem Mobilfunk-Angebot, dass es im Schnitt auf einen UMTS-Speed von 1800 kbit/s schaffte. Vodafone lag mit 1700 kbit/s knapp dahinter, Messungen über o2 brachten es durchschnittlich auf 1400 kbit/s. E-Plus komme mit durchschnittlich 356 kbit/s immerhin fast ans versprochene Maximum heran, zugleich aber ist der Netzbetreiber in Sachen UMTS-Speed weit abgeschlagen, weil bei E-Plus kein HSDPA zum Einsatz kommt.
Je mehr Nutzer, desto geringer der UMTS-Speed
Es gibt mehrere Gründe für einen zu geringen UMTS-Speed - der wichtigste Grund ist die Anzahl der Nutzer, die zeitgleich Daten in einem Mobilfunknetz übertragen. Die Formel ist einfach und naheliegend: Je mehr Nutzer sich das Netz teilen, desto schwächer ist dessen Kapazität, desto langsamer die Datenübertragung. Den Mobilfunkanbietern ist das freilich bekannt, ungeachtet dessen werben sie nach wie vor mit dem maximal möglichen UMTS-Speed.
Hinzu kommt, dass UMTS-Verbindungen erst nach einer gewissen Anlaufzeit den vollen UMTS-Speed bringen. Und last but not least sind weder UMTS und erst recht nicht HSDPA flächendeckend verfügbar - in beiden Fällen muss man dann mit der nächst niedrigeren Geschwindigkeitsstufe vorlieb nehmen, etwa mit EDGE.
Reicht der Surfstick für optimalen UMTS-Speed?
An einem Rädchen können mobile Internetsurfer aber vielleicht doch drehen, wenn's um optimalen UMTS-Speed geht. Viele Anwender haben nämlich noch ältere Surfsticks im Einsatz, die nur Datentransfers von maximal 3600 kbit/s bringen. Ein moderner Surfstick kann hier den UMTS-Speed verbessern.
News zu UMTS
Die Top-Technologie für 2002 in der Telekommunikation ist laut einer aktuellen Umfrage der Highspeed-Internetzugang DSL; UMTS belegt nur Platz sechs.
Laut einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Mummert + Partner wird der Highspeed-Internetzugang DSL mit großem Abstand als wichtigste Übertragungstechnologie gesehen.