
Zwei kleine Gemeinden bauen sich eigene Glasfasernetze
Wer kein DSL bekommt, schaut in die Röhre - das gilt insbesondere für Firmen. Zwei Gemeinden bauen jetzt ein eigenes Glasfasernetz auf, um Gewerbetreibende anzulocken und der Landflucht entgegenzuwirken.
Oerel/Oering (red) - Seit auch dem letzten Optimisten in der DSL Diaspora klar wird, dass die großen Konzerne ihr DSL-Netz niemals flächendeckend aufbauen werden, nehmen immer mehr Gemeinden in Deutschland die Sache selbst in die Hand. Teilweise werden alternative Anbieter aus den Bereichen Funk und Satellit gesucht, doch immer häufiger entscheiden sich von der Highspeed-Autobahn abgeschnittene Ortschaften, das Netz einfach selbst zu bauen.
Bundesweit bekannt wurden in den vergangenen Monaten etwa die Gemeinden Hegensdorf und Waldstetten, die selbst zur Schaufel griffen, um eine Anbindung ans Telekom-Netz herzustellen. Noch recht neu ist allerdings der Trend zum eigenen Glasfasernetz. Zusammen mit der Holsteiner Consulting-Firma sacoin, die die Projekte begleitet, wollen jetzt die beiden norddeutschen Gemeinden Oerel und Oering ans Highspeed-Netz. Dazu soll auch eine eigene Betreibergesellschaft gegründet werden, die derzeit unter unser-ortsnetz.de firmiert.
Für die Kunden, die sich zu einem Wechsel zu sacoin entscheiden, soll der Anschluss ans Glasfasernetz kostenlos sein. Die monatlichen Grundgebühren sollen für private Abnehmer bei maximal 60 und für Firmen bei maximal 300 Euro liegen. Darin seien Triple-Play-Anschlüsse und Flatrates enthalten, man bekommt also Fernsehen, Internet und Telefonie via Glasfaser. Einen reinen Internetanschluss soll es für unter 30 Euro geben. Erreicht werden laut sacoin bis zu 50 Mbit/s in beide Richtungen.
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