
WLAN-Test: Jedes vierte Funk-Netzwerk ist unverschlüsselt
Einem aktuellen Test der "PC-Feuerwehr" zufolge nutzt jeder vierte User ein ungesichertes WLAN-Netz - auch im Business-Bereich. Doch wer das Netz bereitstellt, muss bei einem eventuellen Missbrauch haften. Das besagt ein aktuelles Urteil.
Die Zahl der drahtlosen PC-Netzwerke (WLANs) steigt stetig an. Aber sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich nutzt jeder vierte PC-Nutzer ein ungeschütztes WLAN. Das hat ein bundesweiter Test des Computer-Services "PC-Feuerwehr" in 20 Städten gezeigt.
Der Test bestätigt aber auch, dass die Anzahl der unsicheren kabellosen Netzwerke im Vergleich zum vergangenen Jahr gesunken ist. 2005 war jedes dritte Funk-Netzwerk nicht verschlüsselt. Nach einem aktuellen Urteil des Landgerichts Hamburg hat ein unverschlüsseltes WLAN jetzt auch rechtliche Folgen: Demnach müssen Betreiber eines Funknetzes Vorsorge vor gesetzeswidrigem Missbrauch treffen.
Fatal: Auch viele Businesskunden schützen ihre WLANs nicht, wie ein aktueller Test zeigte.
Denn nach einem Urteil des Landgerichts Hamburg von Ende Juli (Aktenzeichen 308 O 407 / 06), das jetzt veröffentlicht wurde, kann jeder für die entstehenden Schäden mit haftbar gemacht werden, der es durch die Bereitstellung eines unverschlüsselten Funknetzes Dritten ermöglicht, den eigenen Internetzugang zu nutzen und dadurch Rechtsverletzungen zu begehen.
"WLANs sind eine sinnvolle Technik und bieten viel Flexibilität im Alltag, aber ungesichert eingesetzt stellen sie eine große Gefahr dar", so Michael Kittlitz, Geschäftsführer der PC-Feuerwehr. "Wenn zum Beispiel Krankenkassen, Rechtsanwälte oder Ärzte die ihnen anvertrauten Daten nur mangelhaft schützen, oder womöglich gar keine Sicherheitsvorkehrungen treffen, dann ist nicht nur dem Datenmissbrauch Tür und Tor geöffnet, sondern der Betreiber des WLANs kann zusätzlich haftbar gemacht werden." Deshalb sollte ein Fachmann die Einrichtung vornehmen oder überprüfen.
Leserumfrage