
Weitere Tests mit mobilem Breitband über Funk
Die Breitband-Internetversorgung auf dem Land ist in vielen Fällen nur über Funk oder Satallit möglich. Die Praxistauglichkeit von Funk-DSL wird derzeit in mehreren Bundesländern auf Herz und Nieren getestet.
Wiesbaden/Düsseldorf (ddp/red) - In einem Pilotprojekt mit der Gemeinde Hofbieber (Kreis Fulda) will die hessische Landesregierung die Breitbandversorgung ländlicher Kommunen über Funkverbindungen testen.
Wie Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) am Freitag in Wiesbaden sagte, soll die Praxistauglichkeit von UMTS über frei werdende Rundfunkfrequenzen erprobt werden. Dabei komme es vor allem darauf an, die Leistungsfähigkeit der Bandbreiten über große Entfernungen hinweg zu testen. Der Pilotversuch solle eine mögliche Alternative zu den hohen Kosten der Verlegung von Breitbandkabeln aufzeigen, betonte Posch.
Der Netzausrüster Ericsson hat jetzt zusammen mit Vodafone am Freitag im sächsischen Oberwiesenthal das zweite gemeinsame Modellprojekt für mobiles Breitband über die so genannte Digitale Dividende (ehemalige TV-Frequenzen) gestartet. Zuvor war schon in Baden-Württemberg in den Gemeinden Bopfingen und Unterschneidheim ein ähnlicher Feldversuch in die Erprobung gegangen.
Die Feldversuche sollen zeigen, wie ländliche Regionen unter Alltagsbedingungen über frei gewordene TV-Frequenzen mit Breitband-Internet versorgt werden können. Im Rahmen der Projekte werden rund 50 Testhaushalte und Unternehmen in Oberwiesenthal und rund 100 Interessierte in Baden-Württemberg mit Ericsson-Routern ausgestattet, die bereits in Australien kommerziell im Einsatz sind.
Die Anwender erhalten auf diese Weise während des Testzeitraums kostenlosen Zugang zum Internet. Die Feldversuche laufen bis Mitte 2010. Dann endet die Erlaubnis zur Nutzung der Testfrequenzen durch die Bundesnetzagentur. Mit der Ericsson-Technik sollen Übertragungsraten von bis zu 7,2 MBit/s im Downlink und bis zu 2,0 MBit/s im Uplink möglich sein.
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