
Warum ein kleines Städtchen plötzlich 50 Mbit/s bekommt
In einem kleinen Städtchen mit gerade mal 3000 Einwohnern wird plötzlich VDSL angeboten - wo gibt's denn so was? Die Causa Romrod sei kein Einzelfall, teilt die Telekom auf Nachfrage mit.
Linden (red) - Im hessischen Städtchen Romrod, idyllisch am Fuße des Vogelsbergs gelegen, staunten die Anwohner rund um die Vermittlungsstelle in der Ferdinand-Richtberg-Straße nicht schlecht, als eines Tages die Telekom (www.telekom.de) an die Tür klopfte und fragte, ob man an superschnellem DSL mit bis zu 50 Mbit/s interessiert sei. In vier Straßen haben die Telekom-Mitarbeiter geklingelt und die Nachfrage erörtert.
Dazu muss man wissen, dass in der hessischen Gemeinde bislang 16 Mbit/s das Höchste der Gefühle waren, und niemand, wirklich niemand hätte damit gerechnet, dass eines nicht allzu fernen Tages ausgerechnet in Romrod VDSL angeboten werden würde - zumal in einem Ort mit relativ hoher Altersstruktur, was die Refinanzierung für den DSL-Anbieter gemeinhin auf eher wacklige Beine stellt. Einige Anwohner hatten sich zwar auf Interessentenlisten eingetragen, doch mit einem positiven Bescheid hatte nicht wirklich jemand gerechnet. Nun ist es tatsächlich so weit: In vier Straßen rund um die genannte Vermittlungsstelle können die Anwohner superschnelles Internet bekommen.
(Foto/Abb.: Deutsche Telekom)Auf Nachfrage bei Telekom-Sprecher George McKinney erfuhr die Redaktion, dass Romrod keine Ausnahme darstelle. Man habe dort im Zuge ohnehin notwendiger Arbeiten an der Vermittlungsstelle eine VDSL-Netzwerkkarte implementiert. Diese muss lediglich eingesteckt werden, dafür sind keine Grabungsarbeiten notwendig. Die Kosten und der Aufwand dafür seien "übersichtlich" und bewegten sich im Bereich von wenigen Tausend Euro.
Nach Angaben des Sprechers arbeite der Konzern vielfach mit solchen VDSL-Karten, da ohnehin ständig am Netz gearbeitet werde. Wenngleich so nur wenige Straßenzüge rund um die Vermittlungsstelle abgedeckt werden können, da die Übertragungsgeschwindigkeit ab einer Entfernung von einem Kilometer rapide abnimmt, seien die Maßnahmen recht einfach zu bewerkstelligen, teure Tiefbauarbeiten entfielen ja. Eine Systematik gebe es allerdings für derlei Aufbauten nicht, man könne als Gemeinde dergestalt auch kein VDSL bestellen, so McKinney. Gleichwohl seien nach wie vor Kooperationen mit Gemeinden möglich; dies geschehe unabhängig von solchen VDSL-Aufrüstungsmaßnahmen.
Von einem Pilotprojekt wollte McKinney indes nicht sprechen, da es die VDSL-Technik schon länger gibt. Allerdings war von einem "Testballon" die Rede; insofern ist es durchaus möglich, dass dieses Procedere künftig häufiger zum Tragen kommt oder womöglich eine andere Strategie des Konzerns vorbereiten soll - jedenfalls dann, wenn in kleinen Städtchen wie Romrod genügend Interessenten die vergleichsweise hochpreisigen VDSL-Pakete buchen. Wie viele der insgesamt gut 8000 Vermittlungsstellen auf die genannte Weise aufgerüstet wurden, wollte der Sprecher nicht sagen.
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