
Waldstetten: Ein Dorf gräbt sich selbst zum DSL-Anschluss
Vor gut einem Jahr gab es einen ähnlichen Bericht aus Westfalen, jetzt ist es eine badische 600-Seelen-Gemeinde, die sich selbst zu ihren DSL-Anschlüssen gräbt. Die Telekom wollte 200.000 Euro haben - nun greifen die Waldstettener selbst zum Spaten.
Waldstetten (red) - Die gerade mal 600 Einwohner zählende Ortschaft im Neckar-Odenwald-Kreis hat genug von Internetzugängen im Schneckentempo. Wie im vergangenen Jahr im westfälischen Hegensdorf greift nun auch in Nordbaden eine Gemeinde selbst zum Spaten. Medienberichten zufolge wollen rund 50 Einwohner ehrenamtlich einen Tunnel graben. So sollen die von der Telekom geforderten 200.000 Euro für den DSL-Ausbau umgangen werden.
Diese Summe, die für den Anschluss an den nächstgelegenen Verteiler fällig geworden wäre, war der Gemeinde zu hoch. Genauso wie in Hegensdorf sollen nun auch in Waldstetten von den Helfern Leerrohre verlegt werden, in die später die Glasfaserkabel hineingeschossen werden.
Selbst gegraben und mehrere Hunderttausend Euro gespart: So kann es nicht nur in Waldstetten gehen.
(Foto/Abb.: Pixelio.de, SiHe)
Die DSL-Selbergräber könnten das schnelle Internet sogar ohne weitere Zusatzkosten erhalten: Wenn sich mindestens 115 Haushalte in Waldstetten für DSL entscheiden und einen entsprechenden Vertrag mit der Telekom abschließen, will der Bonner Konzern den Berichten zufolge die ansonsten noch ausstehenden 110.000 Euro selbst tragen. 90 Verträge seien schon in trockenen Tüchern, hieß es.
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