
Verband fürchtet Rückschritt beim schnellen Internet
Der VATM, ein Zusammenschluss von Telekom-Konkurrenten, kritisiert die jüngste Regulierungsentscheidung über VDSL-Entgelte. Sie erschwere den Breitbandausbau, damit komme für Millionen Kunden das schnelle Internet später als gedacht.
Köln (red) - Enttäuschung und Verwunderung hat die Entscheidung der Bundesnetzagentur über die Entgelte für Zugangselemente zum VDSL-Netz der Deutschen Telekom beim VATM ausgelöst. Zwar seien die von der Telekom beantragten "Mondpreise" erheblich gekürzt worden, dennoch lägen die Entgelte immer noch deutlich zu hoch, so VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner.
So lägen sowohl die für den Zugang zum Schaltkasten als auch zum Leerrohr festgelegten Preise immer noch bis zu drei Mal so hoch wie die Kosten einer effizienten Leistungsbereitstellung auf Basis von Wiederbeschaffungswerten. Das zeigten auch Berechnungen im Auftrag eines Wettbewerbers.
Grützner weiter: "Es ist nicht Aufgabe der Behörde, Invest und Wettbewerb im Bereich VDSL zu verteuern und so indirekt Geschäftsmodelle zu schützen, die in einigen lukrativen Metropolen Glasfasernetze ausrollen." Eine wettbewerbsneutrale Entscheidung hätte auch dort einen Glasfaserausbau beschleunigt, wo nach Auffassung des WIK-Instituts rund drei Viertel der Bevölkerung davon profitieren könnten.
Zudem hätte aus Sicht des Verbands die Bundesnetzagentur schon jetzt Glasfaser-Pauschalen festlegen können, da die Telekom nach drei Jahren VDSL-Ausbau und Pilotprojekten mit Wettbewerbern bereits über ausreichend viele Erfahrungswerte verfüge.
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