
VDSL-Ausbau: Telekom will die Gebühren festzurren
Das riecht nach Ärger: Die Telekom will jetzt festlegen lassen, was die Wettbewerber für eine Teilhabe an der Glasfaser-Infrastruktur des Konzerns zu zahlen haben - und bricht damit aus Sicht der betroffenen Konkurrenz faktisch die Gespräche ab.
Bonn (red) - Die Deutsche Telekom (www.telekom.de) will beim Regulierer Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanalanlagen, der unbeschalteten Glasfaserstrecken und für den Zugang an Multifunktionsgehäusen beantragen. Die Wettbewerber könnten so die Infrastruktur der Telekom nutzen. Für den Zugang an den Multifunktionsgehäusen will der Konzern neben seinen eigenen Verteilerkästen zusätzliche Gehäuse für andere Anbieter errichten.
Auf ein VDSL-Vorleistungsangebot hat sich die Deutsche Telekom bislang erst mit Vodafone und 1&1 geeinigt. Für 13 deutsche Städte hat der Konzern zudem den gemeinsamen Netzausbau mit Vodafone, EWE, M-Net und NetAachen geplant. Weitere 400 DSL-Kooperationen wurden mit einzelnen Gemeinden geschlossen, die bis Ende 2010 an das Breitbandnetz angeschlossen werden sollen.
Der Wettbewerberverband VATM reagierte ungehalten. "Durch den jetzt faktischen Abbruch weiterer VDSL-Verhandlungen durch die DTAG werden zahlreiche Unternehmen nun gezwungen sein, ihrerseits Anträge auf eine für sie sinnvolle Zusammenschaltung bei der Bundesnetzagentur einzureichen", betonte VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Von der Suche nach einem Konsens könne jetzt keine Rede mehr sein. Der Ex-Monopolist versuche, Fakten zu schaffen.
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