
United Internet will eine Regulierung der Kabelnetze
In einem Positionspapier spricht der DSL-Anbieter 1&1 von einem "Doppelmonopol" beim schnellen Internet und fordert, nicht nur die Telekom bei den schnellen Glasfaser-Zugängen zu regulieren, sondern auch die Kabel-Anbieter.
Berlin (red) – Die Tochter der United Internet AG, die selbst über kein eigenes Netz verfügt, warnt vor einem aus ihrer Sicht bestehenden Doppelmonopol beim schnellen Internet. Ein solches Monopol sieht man bei 1&1 zum einen aufgrund der erreichbaren Geschwindigkeiten: Nur die Glasfasernetze der Telekom und die TV-Kabel erzielen derzeit eine Geschwindigkeit von 50 Mbit/s. Derzeit gingen 86 Prozent der DSL-Neukunden zur Telekom - eine Quasi-Remonopolisierung, so 1&1 Vorstandssprecher Robert Hoffmann.
Außerdem seien die Kabelnetzbetreiber in vielen Regionen zum größten Konkurrenten der Telekom angewachsen. 1&1 spricht sich deshalb für eine Regulierung der Kabelnetze aus, bietet aber auch eine finanzielle Beteiligung an den Netzen an. Hoffmann sagte zu "Welt Online", dass er am liebsten eine deutsche Breitbandgesellschaft sehen würde, an der alle einen Anteil hätten. Er sagte aber auch, dass 1&1 im Zweifelsfall ein Nutzungsrecht alleine ausreichen würde.
Berlin hat sich beim Ausbau des Breitbandes klare Ziele gesetzt. Bis 2014 sollen 75 Prozent der Haushalte mit einem schnellen Internetanschluss erreichbar sein. Ab 2018 sollen dann alle Haushalte einen schnellen Breitbandanschluss zur Verfügung haben. Für Geschwindigkeiten von bis zu 50 Mbit/s werden vor allem Glasfasernetze (VDSL) und TV-Kabelnetze benötigt. Ob sich eine Regulierung durchsetzen kann, ist aus Sicht von Marktbeobachtern fraglich. In der Vergangenheit wurde eine Regulierung der TV-Netzbetreiber abgelehnt, da sie nicht einmal auf zehn Prozent Markanteil kommen.
Die Bundesnetzagentur ist derzeit auf der Suche nach einer Lösung, um künftig die Glasfasernetze zu regulieren. Bisher hat die Telekom zwar in 50 Städten VDSL-Netze aufgebaut, doch die Verkaufszahlen seien ernüchternd, so "Welt Online" unter Berufung auf Firmenkreise. Durch den bislang schleppenden Verkauf der VDSL-Tarife geht niemand mehr davon aus, dass die Telekom die Ausbaukosten alleine tragen kann. Bislang gibt es allerdings erst kleinere Kooperationen. 1&1 drängt darauf, bis Mitte des Jahres eine Lösung zu finden, um den Anschluss im europäischen Wettbewerb nicht zu verlieren.
- Telekom bietet Bundesliga drei Monate kostenlos an
- freenet hofft auf 400 Millionen Euro für Tochter Strato
- Telekom stockt Entertain-Fernsehangebot auf
- 1&1: Telefon und DSL-Doppel-Flatrate für 19,99 Euro
- 1&1 kauft DSL von freenet, Kunden ziehen um
- Die Bundesliga kostet bei der Telekom 14,95 Euro
- 1&1 DSL HomeNet sechs Monate ohne Grundkosten
EU nimmt Druck von Telekom beim Breitbandausbau - Deutschland droht Niederlage bei der VDSL-Klage
- Drei Fernsehsender wollen ins Telekom-Boot
Leserumfrage