
Über Funk und Satellit hin zur Glasfaser
Nur über Funk und Satellit ist es aus Sicht des Branchenverbands VATM möglich, zu einer 100-prozentigen Breitband-Abdeckung zu kommen. Es dürften "keine weißen Flecken in den weißen Flecken" zurückbleiben. Entscheidend sei aber auch die Zahl der Nutzer auf dem Land.
Köln (red) - Die Bedeutung von Funk- und Satellitenlösungen bei der Schließung von weißen Flecken in der Breitbandversorgung nimmt zu. "Für uns ist klar, dass eine lückenlose Breitbandversorgung nur mit einem Technologiemix zu erreichen ist. Die letzten drei Prozent, die uns noch fehlen, sind die schwierigsten", betonte Wirtschafts-Staatssekretär Hans-Joachim Otto bei einer VATM-Veranstaltung auf der CeBIT in Hannover.
VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner diskutierte mit Staatssekretär Otto sowie Dr. Klaus Ritgen vom Deutschen Landkreistag, Dr. Peter Schüler, ASTRA Broadband Services, Utz Wilke, Filiago GmbH & Co KG, und Alexander Bendler, dasNetzAG, darüber, wie Kommunen per Funk und Satellit doch noch den Breitbandausbau in 2010 schaffen. Es herrschte Einigkeit, dass die Rahmenbedingungen auch hinsichtlich der Förderung und Kreditbewilligung stimmen und Funk und Satellit gleichberechtigt in die Förderrichtlinien aufgenommen werden müssen.
Eine positive Entwicklung sieht Filiago-Geschäftsführer Utz Wilke bei der Akzeptanz von Funk- und Satellitenlösungen: "Wir hatten mit Vorurteilen zu kämpfen. Doch der Knoten ist geplatzt. Die Leistungsstärke und Effizienz von Funk- und Satellitenlösungen wird immer mehr gesehen." Bis 4 Mbit/s seien per Satellitenantenne, bis zu 10 Mbit/s per Funk machbar.
In anderen Ländern wie der Schweiz und Frankreich stünden die Funk- und Satelliten-Breitbandlösungen ohnehin hoch im Kurs. In Frankreich etwa, so Wilke, könnten Endkunden ihren Satellitenanschluss zum Beispiel direkt fördern lassen, wenn der Bürgermeister kurz bescheinigt, dass eine wirtschaftliche Anbindung per Kabel nicht möglich ist. Und insbesondere mit der Verbindung von Funk und Satellit lasse sich auch tatsächlich eine 100-Prozent-Abbdeckung in den bisher un- oder unterversorgten Gebieten erreichen.
VATM-Geschäftsführer Grützner unterstrich, dass der Weg von Funk zu Glas führen müsse, damit möglichst schnell und effizient in Deutschland flächendeckend der Anschluss erreicht werden kann. "Wenn wir Glasfaser auf dem Land haben wollen, müssen wir zwei Dinge erreichen: Wir müssen die Nutzerzahlen dort deutlich erhöhen und die Kosten senken", so Grützner. „Nur wenn die TK-Unternehmen mit Funk- und Satellitenlösungen Kunden gewinnen, können sie weiter investieren."
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