
TV-Frequenzen fürs Internet: Kompromissvorschlag
Im Streit um die Nutzung von Fernsehfrequenzen für Internetverbindungen, die so genannte "Digitale Dividende", hat der Branchenverband Bitkom einen Kompromiss vorgeschlagen. Die Fernsehsender sollen Ausgleichszahlungen bekommen.
Berlin (AFP/cm) - Ein Teil der Frequenzen für das digitale Fernsehen soll demnach genutzt werden, um den ländlichen Raum mit schnellem Internet zu versorgen, erklärte der Verband am Freitag. Im Gegenzug sollten die Fernsehsender Ausgleichszahlungen in einen Fonds erhalten.
Der obere Bereich der Fernsehfrequenzen ist besonders gut geeignet, um schnelles Internet zu übertragen, da die Funkwellen relativ einfach Hindernisse umgehen und - etwa im Gegensatz zu vielen Handyfrequenzen - auch gut in Häusern zu empfangen sind. Damit ließen sich daher abgelegene Regionen mit schnellem Internet versorgen, die nicht an das DSL-Netz angeschlossen sind. In Deutschland sind das rund 600 Gemeinden, die sich dadurch auch wirtschaftlich im Nachteil sehen.
Die Nutzung von Fernsehfrequenzen für Internetverbindungen ist durch die Digitalisierung des Antennenfernsehens möglich geworden. Durch die Einführung des sogenannten DVB-T-Standards in vielen Regionen können sich nur etwa vier Sender den alten Platz eines Senders teilen. Dennoch wehren sich die Rundfunkbetreiber gegen eine Nutzung von Fernsehfrequenzen fürs Internet, da sie um ihre Entwicklungsmöglichkeiten fürchten. Laut Bitkom wird die TV-Übertragung durch den Kompromissvorschlag nun kaum eingeschränkt, zwei Drittel des angestrebten Frequenzbereichs seien ohnehin der Bundeswehr zugewiesen. Für Fernsehsender, die dennoch ihren Kanal wechseln müssten, solle der von den Internetanbietern aufgebaute Fonds die Kosten übernehmen.
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