
Telekom-Chef sieht Breitbandausbau gefährdet
Wer Infrastruktur aufbaue, müsse diese auch refinanzieren dürfen, so Telekom-Boss Obermann. Irgendwann seien die Internetzugänge vielleicht so gut wie kostenlos, doch die wirklich schnellen Netze wurden nie gebaut.
Berlin (dapd/red) - Telekom-Chef René Obermann sieht den geplanten flächendeckenden Breitbandausbau in Deutschland gefährdet, wenn die Regulierungen für die Telekommunikationsbranche nicht gelockert werden. "Die Volkswirtschaft braucht schnelle Internetzugänge", sagte Obermann der "Bild am Sonntag".
"Aber dann dürfen die Regulierungsbehörden in Brüssel und Bonn der Industrie nicht Umsätze in Milliardenhöhe wegregulieren, die für Investitionen fehlen." Die Telekom sei zwar bereit, "einen erheblichen Teil" der Kosten in Höhe von 40 bis 60 Milliarden Euro aufzubringen, "doch dafür müssen sich die Rahmenbedingungen spürbar verbessern".
Die staatliche Regulierung in Europa und Deutschland setze immer noch überwiegend auf Preissenkungen für die Verbraucher statt auf Investitionen, sagte Obermann. "Am Ende wird der Internetanschluss vielleicht umsonst sein, aber die wirklich schnellen Netze werden nicht gebaut und die bestehenden werden überlastet. Das nutzt am Ende auch den Verbrauchern nichts."
Nach einem Beschluss der Bundesregierung sollen bis 2014 insgesamt 75 Prozent der deutschen Haushalte Zugang zu schnellem Internet bekommen.
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