
Strato: Vollständiger Datenverlust von 7000 Seiten
Nach dem Ausfall von 1,5 Millionen Seiten: Berliner Webhoster bietet Formular an, mittels dem Kunden Schadensersatzansprüche geltend machen können.
Das war die Panne des Jahres: Nach den tagelangen Ausfällen von bis zu 1,5 Millionen Internetpräsenzen hat der Berliner Webhoster Strato AG nun eine erste Bilanz gezogen. Ergebnis: Zwischen zehn und 100 Prozent aller bei der KPNQwest in Karlsruhe gehosteten Domänen waren in der vergangenen Woche ausgefallen. Erst vorgestern gingen die letzten Seiten wieder online - allerdings schauen 7000 Webseiten-Betreiber "in die Röhre": Sie wurden über einen kompletten Datenverlust informiert.
Es handele sich größtenteils um "Visitenkarten", beeilte sich Strato gleich hinterher zu schieben, also um solche Seiten, auf denen nichts außer einer Index-Datei liegt. Vom Datenverlust nicht betroffen seien alle Shops sowie E-Mail-, UMS- und DNS-Services gewesen.
"Berechtigte Schadensersatzansprüche", ließ das Berliner Unternehmen verlauten, seien direkt bei Strato geltend zu machen, da man schließlich "unmittelbarer" Vertragspartner der betroffenen Kunden sei. Strato selbst will das Geld wiederum bei KPNQwest geltend machen. Um Schadensersatzansprüche schnell bearbeiten zu können, bietet die Strato AG ab sofort im Kundenservice-Bereich auf der Strato-Website ein Formular zur Verfügung, mit dem sich Schäden melden lassen.
Schuld an dem Desaster seien "nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand" Speicher- und Toolprobleme bei den EMC-Speichersystemen gewesen. Nach Augenzeugenberichten seien einerseits elektronische Baugruppen in dem EMC-Subsystem "verkokelt" gewesen, andererseits hätten die Tools zur Überprüfung der Integrität der auf ihnen gespeicherten Dateisysteme versagt. Die EMC ist Lieferant von Massenspeicher-Subsystemen. KPNQwest hat die SUN-Systeme, die die STRATO-WebSites hosten, mit solchen EMC-Speichersystemen ausgestattet.
Aber auch bei der KPNQwest habe es, so Strato, eine "haarsträubende Panne" gegeben: Für die permanente Generierung zeitnaher Backup-Kopien der aktuellen Dateisysteme auf den EMC-Speichersystemen sei zwar von KPNQwest ein Bandgerät beschafft, aber nicht in Betrieb genommen worden.
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