
sipgate: Sinkende VoIP-Sprachqualität ist gezielte Propaganda
Der VoIP-Provider sipgate weist die Behauptung der Deutschen Telekom zurück, wonach die Sprachqualität von VoIP aufgrund des steigenden Datenverkehrs in den Breitbandnetzen beeinträchtigt wird.
Die Behauptung eines Telekom-Sprechers von vergangener Woche, wonach aufgrund der zunehmenden Netzbelastung die Qualität von Voice-over-IP-Gesprächen bereits abgenommen habe, kann der VoIP-Anbieter sipgate eigenen Angaben zufolge nicht bestätigen. Vielmehr habe sich die Sprachqualität bei Internet-Telefonaten gegenüber den Vorjahren aufgrund gestiegener Bandbreiten und neuer Endgeräte sogar verbessert. Laut sipgate verfolgt die Deutsche Telekom mit der dargestellten Drohkulisse die Absicht, die Kunden von VoIP-Anbietern zu verunsichern, um so ihr unter Druck geratenes Festnetzgeschäft zu stärken.
In der Debatte zur Netzneutralität geht es um die mögliche Einführung einer Internet-Maut für Diensteanbieter durch die Netzbetreiber. Das Maut-Argument: Die zunehmende Datenflut fordere eine permanente Aufrüstung der Netze. Da die Diensteanbieter Verursacher der Datenflut wären, müssten sich diese am Netzausbau beteiligen. sipgate hält dagegen, dass VoIP-Anbieter bereits heute – wie auch Endkunden – die bestehende Infrastruktur mitfinanzieren. So entstehen sipgate für die Nutzung der IP-Netze signifikante Kosten. Darüber hinaus begrüßt sipgate die von der Bundesnetzagentur definierten "Eckpunkte zur Zusammenschaltung von IP-basierten Netzen". Diese enthalten, dass Netzbetreiber ihre Netzkosten nach dem "Bill & Keep"-Prinzip selbst zu tragen haben. Marktbeherrschende Unternehmen wird es so erschwert, ihre Konkurrenten einem massiven Wettbewerbsdruck auszusetzen.
Zugleich verweist sipgate darauf, dass Internet-Telefonie zum Beispiel im Vergleich zu HD-TV einen verschwindend geringen Datenverbrauch verursacht. So konsumiert ein einzelner HD-TV-Nutzer im Durchschnitt mehr Daten pro Monat als rund 1.000 VoIP-Kunden zusammen. Demnach gehört die Internet-Telefonie im Gegensatz zu Diensten wie Internet-TV, Bild- und Video-Portalen oder Musik- und Video-Tauschbörsen mit Abstand nicht zu den Datengiganten im Internet. Die von der Deutschen Telekom angedeutete gegenteilige Behauptung sieht sipgate damit als entkräftet an.
Eine Einführung der Internet-Maut würde aus Sicht sipgates dazu führen, dass im Datenverkehr bestimmte Dienste bevorzugt werden, Gebührenverweigerer dagegen im Datenstau stehen. Die tatsächlichen Verlierer wären aufgrund des eingeschränkten Angebots die Verbraucher. Für die Kunden der VoIP-Anbieter gelte: Aktuell und auf absehbare Zeit sei eine Übertragung aller von VoIP-Anbietern vermittelten Internet-Telefonaten über die deutschen und internationalen IP-Netze uneingeschränkt und in hoher Qualität gewährleistet. sipgate fordert die Deutsche Telekom deshalb auf, die Verbraucher-Verunsicherung zu stoppen und im Sinne der Wettbewerbsgleichheit zu handeln.
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