
Regierung gibt "Digitale Dividende" für Breitbandausbau frei
Die Bundesregierung hat beschlossen, die so genannte Digitale Dividende für Breitbanddienste freizugeben. Diese Frequenzen waren Militär und Rundfunk zugewiesen, werden derzeit aber kaum genutzt.
Berlin (ddp/cm) - Deutschland will die Versorgung der Bevölkerung mit schnellem Internet deutlich ausbauen. Ziel sei es, bis Ende 2010 Breitbandanschlüsse für alle Haushalte bereitzustellen, sagte Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Mittwoch im Bundestag. Bis 2014 sollen Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit für den Großteil der Haushalte möglich werden. Wichtig sei jetzt aber, den Ausbau gerade im ländlichen Raum voranzutreiben.
Laut Ministeriumsangaben ist Breitband derzeit für zwei Prozent der Haushalte nicht verfügbar. Dabei handelt es sich um rund 600 Gemeinden mit etwa 730 000 Haushalten. Fast 60 Prozent der Haushalte nutzten heute schon die Möglichkeiten des Internet-Breitbandes. Dies zeige, dass Breitbandnetze heute so wichtig seien wie Straße, Schiene oder Energie.
Nach der Digitalisierung des terrestrischen Rundfunks wird für die Fernsehübertragung nur noch ein kleiner Teil der Frequenzen benötigt. Aufgrund der besonderen physikalischen Eigenschaften eignen sich die frei gewordenen Frequenzen besonders gut für die Versorgung dünn besiedelter Regionen mit Breitband. Sie sind daher in vielen Regionen die einzige wirtschaftlich tragfähige Möglichkeit für eine Breitbandversorgung.
In Deutschland gibt es noch rund 800 Kommunen, in denen Breitband nur über Satellit verfügbar ist. Diese "weißen Flecken" müssen aus Sicht des Branchenverbandes Bitkom schnell geschlossen werden. Die TK-Unternehmen haben mehrfach zugesichert, vorrangig die noch unversorgten Gebiete zu erschließen, wenn die erforderlichen Frequenzen zur Verfügung gestellt werden.
- Unitymedia will Breitband auf dem Land ausbauen
- Hohe Zuwächse: Kabel DSL brummt wie noch nie
Telekom: VDSL ohne IPTV und auch für Konkurrenten - Merkel: Breitband ist wie früher Wasser und Strom
- Testlauf: E-Plus startet Internet über Rundfunkfrequenzen
- Kritik: Zu wenig Breitband-Engagement der Kommunen
- Regierung schraubt Kriterien für Breitbandzugang hoch
- NetCologne und M-net verlassen den Breko-Verband
- VATM: Flächendeckende Glasfaser zunächst nicht nötig
- DSL-Gipfel bei der Kanzlerin vorerst ohne Ergebnis
Leserumfrage