
Pilotprojekt mit Funk-Internet ein "voller Erfolg"
In Stuttgart wurden die Ergebnisse eines Pilotprojekts zur schnellen Internetversorgung im ländlichen Raum vorgestellt. Die Anwender sollen zwar sehr angetan gewesen sein vom Funk-Internet - aber einen Pferdefuß gibt es wohl doch.
Stuttgart (red) - Durch die Nutzung von Rundfunkfrequenzen könnten bisherige Defizite in der Internetversorgung aufgeholt werden, sagte Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister Rudolf Köberle am Dienstag anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse des Pilotversuchs zur Nutzung der "Digitalen Dividende" in Stuttgart.
Der Modellversuch sei als Teil der Breitbandinitiative auf Anregung der Landesregierung Baden-Württemberg von der Landesmedienanstalt gemeinsam mit Vodafone durchgeführt worden. Er sollte zeigen, wie ein ländliches Gebiet ohne DSL oder Kabelinternet unter Alltagsbedingungen mit mobilem breitbandigem Internet versorgt werden kann. Daran hätten sich seit Mai 2009 über 100 Haushalte in Bopfingen und der Nachbargemeinde Unterschneidheim beteiligt. Sie seien mit einem kostenlosen Endgerät ausgestattet worden und zu ihrem Verhalten bei der Nutzung und ihren Erfahrungen mit dem Funkinternet befragt worden. "Die Resonanz in den Gemeinden hat gezeigt, dass der neu geschaffene Internetzugang ein voller Erfolg ist. Damit hat der Versuch die gesetzten Erwartungen erfüllt", betonte der Minister.
Allerdings habe sich auch gezeigt, dass Störungen auftreten könnten. So seien Störungen des Fernsehempfangs möglich. Etwa beim Betrieb drahtloser Mikrofone könnten Probleme auftreten. Durch technische Maßnahmen oder durch die räumliche Trennung von Internetmodem und Fernsehempfänger könnten diese allerdings oftmals beseitigt werden. Bei Mikrofonsystemen ließen sich durch sorgfältige Planung im Vorfeld von Veranstaltungen Lösungen finden, hofft Köberle.
Zum Hintergrund: Mit dem Umstieg von Rundfunk und Fernsehen von der Analog- auf die Digitaltechnik werden große Teile des bisher für die terrestrische Verbreitung von Rundfunk und Fernsehen benötigten Frequenzbereiche frei. Als "Digitale Dividende" wird gemeinhin die Nutzung dieser frei werdenden Frequenzbereiche für andere Zwecke bezeichnet.
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