
Netzagentur lockert Konditionen für DSL-Regulierung
Der Regulierer will der Deutschen Telekom unter Umständen mehr Spielraum bei den Entgelten für sogenannten Bitstrom-Anschlüsse einräumen. Diese Zugänge sind notwendig für Wettbewerber der Telekom, um eigenes DSL anbieten zu können.
Bonn (dpa/red) – Die Bundesnetzagentur hat heute den Entwurf einer Regulierungsverfügung vorgelegt, durch den die Kontrollen der sogenannten Bitstrom-Zugänge der Deutschen Telekom gelockert werden könnten. Der Entwurf sehe vor, dass der Bonner Konzern die Entgelte für den entbündelten DSL-Zugang künftig nur noch nachträglich überprüfen lassen muss.
Man wolle der Deutschen Telekom die Chance eröffnen, ihrer Preise flexibler zu gestalten, erklärte Behörden-Chef Matthias Kurth. Eine nachträgliche Kontrolle sei aber keinesfalls als "Kontrolle zweiter Klasse" zu verstehen. Die Behörde werde sorgfältig darauf achten, dass keine Diskriminierung der Wettbewerber erfolgt. Eine Entlassung der Telekom aus der Regulierung sieht die Netzagentur nicht vor.
Die Telekom begrüßte den Entwurf der Bundesnetzagentur, die Wettbewerber zeigten sich hingegen skeptisch. Die Telekom habe laut VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner, bereits signalisiert, dass sie die Preise nicht akzeptieren will. Eine nachträgliche Überprüfung der Entgelte werde in jedem Fall länger dauern und könnte auch zu Verzögerung bei der Versorgung mit Breitbandanschlüssen führen.
Der Bitstrom versetzt Telekom-Wettbewerber ohne eigenes Netz in die Lage, breitbandige Internetanschlüsse auch ohne einen gesonderten Telefonanschluss anzubieten. Der Regulierer hatte die monatliche Gebühr für den Bitstrom-Zugang zuletzt auf 18,32 Euro gesenkt.
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