
Modellprojekt mit Glasfaser und Richtfunk im Ländle
Etliche Gemeinden im eher ländlichen Raum Baden-Württembergs erhalten bald einen Zugang zum schnellen Internet. Grundlage ist einBreitband-Modellprojekt von der Deutschen Telekom und Ericsson, das auf Glasfaser und Richtfunk basiert.
Düsseldorf (red) - Viele Bürger im Rems-Murr-Kreis und im Landkreis Schwäbisch Hall sollen für weite, bisher unterversorgte Bereiche den schnellen Zugang zur Datenautobahn bekommen. Rund 4.200 Haushalte sollen bis Ende dieses Jahres von Bandbreiten bis zu 16 MBit/s profitieren können - derzeit sind drei Viertel dieser Haushalte mit Bandbreiten deutlich unter 1 MBit/s versorgt.
Um den DSL-Ausbau in dem von Streusiedlung und schwieriger Topographie geprägten Gebiet zu realisieren, werden zum Teil Richtfunkstrecken vom Fernmeldeturm Hohenbrach in die Ortsteile aufgebaut. Andere Gemeindeteile werden per Glasfaserkabel angebunden. Den offiziellen Startschuss zum Ausbau - direkt am Fernmeldeturm - gaben am Freitag Vertreter der Gemeinden, der Telekom und von Ericsson.
Die Maßnahme wird als Modellprojekt Großerlach vom Land Baden-Württemberg gefördert. Bei der öffentlichen Ausschreibung des Projektes auf der Grundlage einer Machbarkeitsstudie hatte die Deutsche Telekom den Zuschlag erhalten. Die technische Realisierung der Richtfunkanbindung übernimmt Ericsson. Richtfunkanbindungen bieten sich überall dort an, wo Glasfaser-Lösungen technisch oder wirtschaftlich nicht machbar sind.
In einzelnen Ortsteilen der Gemeinden Althütte, Großerlach und Murrhardt wäre ein Glasfaserausbau aufgrund der großen Entfernungen, die im Tiefbau überbrückt werden müssten, zu teuer geworden. Per Richtfunk lassen sich dagegen vor Ort Distanzen von rund 3 bis knapp 14 Kilometern überbrücken.
Die Kombination aus Glasfaseranbindung, Richtfunk und dem vorhandenen Ortsnetz im Modellprojekt Großerlach könne unter bestimmten Voraussetzungen als Muster für andere Gemeinden im ländlichen Raum dienen, hofft auch das Land Baden-Württemberg. Die Kunden sollen keinen Unterschied zur konventionellen DSL-Anbindung über Glasfaser- und Kupferkabel merken.
100 Mbit/s: Kabel BW startet im Sommer mit Highspeed-Kabel - Arcor kündigt Glasfaser bis ins Wohnzimmer an
- Ericsson erreicht mit VDSL2 Datenraten von 500 Mbit/s
- Telekom und M-net bauen gemeinsames Glasfasernetz
- Transceiver bringt 500-fache DSL-Datenmenge ins Netz
- Neun Netzbetreiber gründen Bundesverband Glasfaser
- NetCologne und M-net verlassen den Breko-Verband
- VATM: Flächendeckende Glasfaser zunächst nicht nötig
- Kooperation zur Glasfaser-Versorgung in Norddeutschland
Telekom und Vodafone bilden erstmals Allianz beim VDSL-Netz
Leserumfrage