
Mobiles Internet im Test oft "schneckenlahm"
Per Mobilfunk übers Handy Videos schauen oder mit Notebook und UMTS-Stift im Internet surfen - glaubt man der Werbung, klappt das ganz flott im DSL-Tempo. Doch ein aktueller Test zeigt deutliche Lücken und Schwächen auf.
Hamburg (red) - So werben Vodafone und T-Mobile mit Datenraten von bis zu 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbps) fürs mobile Internet per UMTS. Das Magazin Computerbild (Heft 6/2011) hat in mehreren Ballungszentren nachgemessen: Die versprochenen Geschwindigkeiten erreichten die Anbieter den Angaben zufolge nicht mal annähernd. Vielfach seien auch Optionstarife für ein höheres UMTS-Tempo komplett nutzlos.
Der Praxistest sollte klären, wie hoch das Tempo beim UMTS Surfen in Gebieten mit guter Netzversorgung tatsächlich ist. Die Tester des Magazins prüften dies in Berlin, Leipzig, München, Frankfurt am Main und Hamburg. Dazu legten sie Messpunkte fest, die laut Anbieter mindestens guten UMTS-Empfang bieten. Dort luden sie tagsüber und nachts mehrere Tausend Internetseiten unterschiedlicher Größe über die UMTS-Netze von Vodafone, T-Mobile, o2 und Base.
T-Mobile, Vodafone und o2 schaffen laut Test nur gut 20 Prozent des beworbenen Maximaltempos. Am besten schnitt Vodafone ab - doch von der beworbenen Höchstgeschwindigkeit von 21,6 Mbps könne nicht die Rede sein. Im Schnitt aller fünf Großstädte erreichte der Anbieter ein Durchschnittstempo von 2,44 Mbps. Immerhin übersprang er damit als einziger der vier Netzanbieter die 2-Mbps-Marke. T-Mobile schaffte im Städtemittel nur durchschnittlich 1,83 Mbps. Mit im Schnitt weniger als einem Mbps landeten o2 und Base auf den letzten beiden Plätzen.
Besonders tagsüber gehen die Mobilfunknetze in die Knie, hat Computerbild festgestellt. So seien die Datenraten am Tag im Schnitt 41 Prozent niedriger als nachts gewesen. Die Folge: Wartezeiten beim Surfen. Kaum verwunderlich, dass UMTS-Nutzer deshalb bereit sind, für mehr Tempo mehr zu zahlen. T-Mobile bietet für monatlich 9,95 Euro Aufpreis eine Tempo-Option mit bis zu 21,6 Mbps an. Im Test waren aber nie mehr als 5,82 Mbps Maximaltempo drin.
Vodafone lockt mit gleich drei Geschwindigkeits-Optionen. Doch nur die langsamste mit einem Limit von 3,6 Mbps lässt sich ab und zu ausreizen, denn mehr als 5,27 Mbps gab es im Test nie - den Aufpreis von 20 Euro pro Monat für die 21,6-Mbps-Stufe können sich UMTS-Nutzer sparen. Bei beiden Anbietern seien allenfalls die in den Tempooptionen enthaltenen höheren Übertragungsvolumina interessant.
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