
Kritik am Breitbandatlas: Daten seien fehlerhaft (Upd.)
Der Breitbandatlas des Wirtschaftsministeriums sei "neuer Wein in alten Schläuchen", lautet die Kritik. Die Breitbanddichte werde geschönt, etliche Zahlen seien nicht korrekt, vieles werde nicht genügend geprüft.
Mühlberg (red) - Die Kritik an der Zuverlässigkeit der Zahlen im Breitbandatlas wächst. So berichtet die "Initiative gegen digitale Spaltung" über Bürger, die im Breitbandatlas verschiedene Breitbandtechniken für ihre Wohnorte als verfügbar angezeigt bekamen - doch das habe vielfach nicht gestimmt. Aus Sicht der Initiative belegen diese Beispiele, dass im Atlas mit falschen Daten gehandelt wird.
Bernd Rudolph von der Initiative spricht von "Millionen Betroffenen", die sich "nach einem Blick in den Atlas voller Verwunderung fragen, wozu mit hunderttausenden Euro Steuergeldern eine Datenerhebung durchgeführt wird, die hinten und vorne nicht stimmt." Bereits in der Vergangenheit seien die veröffentlichten Zahlen des Wirtschaftsministeriums von Experten und selbst von Koalitionspolitikern in Frage gestellt worden.
Die Grundlage sei fehlerhaft, so Rudolph, da die Unternehmen auf freiwilliger Basis Daten lieferten, die anschließend nicht ausreichend geprüft würden. Selbst die Regierung verwende unterschiedliche Zahlen. Auffällig sei, dass der Anteil der Haushalte mit einer Verfügbarkeit von mindestens einem Megabit pro Sekunde seit Herbst 2008 in den Verlautbarungen des BMWi um rund fünf Prozent gestiegen sei. Das wären fast zwei Millionen Haushalte in wenigen Monaten - die wahren Zahlen dürften weit darunter liegen, schätzt Rudolph, der eine gesetzlich garantierte Breitband Grundversorgung für wünschenswert hält.
Doch auch die Initiative selbst steht in der Kritik. Den Initiatoren von geteilt.de wird immer wieder vorgeworfen, eng mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten und primär politische und nicht gemeinnützige Ziele zu verfolgen. Neue Breitband-Initiativen wie etwa die Nutzung der Digitalen Dividende würden boykottiert. Die Initiative verwahrte sich der Redaktion gegenüber gegen solche Vorwürfe.
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