
Kartellamt wittert Behinderung beim Glasfaser-Ausbau
Das Bundeskartellamt hat einem Zeitungsbericht zufolge den gemeinsamen Glasfaser-Ausbau der großen deutschen Anbieter ins Visier genommen. Der Verdacht: Wettbewerbsbehinderung.
Berlin (ddp/red) - Das Bundeskartellamt hat laut einem Medienbericht gegen die Telekommunikationskonzerne Deutsche Telekom, Vodafone und Ewetel Verfahren wegen des Verdachts auf Wettbewerbsbehinderung eröffnet. "Wir werden jetzt eine Marktermittlung aufnehmen und die beteiligten Unternehmen und Konkurrenten befragen", sagte eine Behördensprecherin der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagsausgabe). Die Verfahren stünden noch am Anfang.
Die Telekom hatte sich dem Bericht zufolge mit Vodafone/Arcor geeinigt, die Glasfasernetze in den Städten Würzburg und Heilbronn gemeinsam auszubauen und unter anderem Schaltgehäuse gemeinsam zu nutzen. Dabei habe Vodafone Würzburg und die Telekom Heilbronn versorgen sollen. Eine ähnliche Kooperation gebe es zwischen der Telekom und Ewetel. Während der Bonner Konzern Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Stade mit einem Glasfasernetz ausbaue, übernehme Ewetel die Arbeiten in Leer, Vechta, Cloppenburg, Aurich und Delmenhorst. In der Folge gewährten sich die Unternehmen gegenseitigen Zugang zu ihren Netzen.
Die Telekom erwartet dem Bericht zufolge keinen wesentlichen Widerspruch des Kartellamtes. "Ich bin zuversichtlich, weil wir die Gespräche von Anfang an sehr offen geführt haben", sagte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme der Zeitung. Für den Ausbau des Glasfasernetzes sucht die Telekom Kooperationspartner, da das Unternehmen die hohen Investitionskosten nicht allein tragen wolle. Glasfaser erlauben deutlich schnellere Internet-Übertragung als DSL-Zugänge.
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