
Initiative "Thüringen Online" für Breitbandanschlüsse startet
Thüringen will ländliche Regionen bei der Einführung flächendeckender Internet-Breitbandanschlüsse unterstützen. Dafür gibt es einen speziellen Fördertopf. Es wird geschätzt, dass in Thüringen mehr als 57 000 Haushalte ohne Breitbandzugang sind.
Erfurt (ddp/cm) - Zu diesem Zweck starte die Landesregierung in Zusammenarbeit unter anderem mit kommunalen Spitzenverbänden und der Landesmedienanstalt die Initiative "Thüringen Online", teilte das Wirtschaftsministerium am Freitag in Erfurt mit. Im Zuge der Initiative sollen beispielsweise Daten zu Angebot und Nachfrage von Breitbandzugängen im Freistaat erfasst werden.
Den Angaben zufolge ist die Förderung der Breitbandversorgung ländlicher Räume im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" möglich. Der Förderzeitraum sei auf die Jahre bis 2010 begrenzt. Jährlich stünden 883 000 Euro bereit. Kommunen und Gemeindeverbände könnten ab Mitte November entsprechende Anträge bei den Ämtern für Landentwicklung und Flurneuordnung stellen.
SPD-Wirtschaftspolitiker Hartmut Schubert monierte, dass "außer wiederholten Ankündigungen einer sogenannten Breitband-Initiative" bisher nichts geschehen sei. Angesichts der "Untätigkeit der Landesregierung" befürchte er, dass die für 2008 zur Verfügung stehenden Bundesmittel für die Breitbandversorgung nicht mehr im vollen Umfang ausgeschöpft werden könnten. Schubert kritisierte zudem, dass Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) dafür "keinerlei Mittel aus seinem eigenen Ressort" einsetze.
Ministeriumsangaben zufolge wird ab einer Übertragungsrate von einem Megabit pro Sekunde von einem Breitbandanschluss gesprochen. Es sei davon auszugehen, dass in vielen Gemeinden in ländlichen Gebieten Thüringens kein schneller Internetzugang verfügbar sei, weil sie für Breitband-Anbieter unrentabel seien. Schätzungen gingen für den Freistaat von mehr als 57 000 unversorgten Haushalten aus.
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