
Holsteiner Unternehmen beklagen langsames DSL
Eine IHK-Umfrage zur Breitbandverfügbarkeit zeigt im Norden Deutschlands erheblichen Nachholbedarf auf. Dabei geht es nicht nur darum, dass DSL teilweise gar nicht vorhanden ist, sondern immer stärker auch um nicht ausreichende Geschwindigkeiten.
Der schnelle Anschluss an das Internet und schnelle Datenverbindungen werden für die Wirtschaft immer wichtiger. Um einen repräsentativen Überblick zur aktuellen Breitband-Versorgungslage in Schleswig-Holstein zu schaffen, hat die IHK Schleswig-Holstein im Juni 2008 knapp 18.000 IHK-zugehörige Unternehmen im ganzen Land befragt. Das Ergebnis bestätigt zum einen die schon vermutete, vergleichsweise schlechte Versorgung des ländlichen Raums. Zum anderen wurde der schon länger erkennbare Trend belegt, dass es angesichts der stark gestiegenen Anforderungen der Unternehmen an Breitbandkapazitäten (DSL 16.000 und mehr) auch in den relativ gut versorgten Ballungsgebieten Handlungsbedarf gibt.
Dazu Dr. Jörn Biel von der IHK Kiel: "Die Ergebnisse unserer Umfrage sind Hilferufe vieler befragter Unternehmen an Politik und Verwaltung sowie Warnsignale für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein zugleich: Wenn mehr als ein Viertel der antwortenden Unternehmen eine nicht ausreichende Breitbandversorgung beklagt, dann muss dringend Abhilfe geschaffen werden." Dabei zeigt sich auf Kreisebene, dass die Versorgungslücken in den Flächenkreisen erwartungsgemäß größer sind als in den kreisfreien Städten. Die Kreise Herzogtum Lauenburg, Nordfriesland, Ostholstein, Rendsburg-Eckernförde, Schleswig-Flensburg und Stormarn seien überdurchschnittlich unterversorgt.
Interessant ist, dass die Versorgung mit DSL 2.000 (46,5 Prozent) und DSL 6.000 (42,2 Prozent) schon sehr weit verbreitet ist. Dennoch ist diese Bandbreite, die vor wenigen Jahren noch als moderne Breitbandinfrastruktur bewertet wurde, heute offenbar immer weniger ausreichend für die Unternehmen. Nur 13 Prozent der befragten Unternehmen benötigen die "Minimalanforderung" DSL 2.000, aber schon 55 Prozent halten DSL 16.000 und 13,2 Prozent sogar VDSL für erforderlich. Doch die schnelleren Internetanbindungen wie DSL 16.000 und VDSL sind laut Umfrage lediglich an 26,6 Prozent bzw. 4,1 Prozent aller Standorte verfügbar.
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