
Glasfaser-Verband: 50 Mbit/s sind nicht genug
Der Bundesverband Glasfaseranschluss, der verschiedene Regionalcarrier mit eigenen Netzen vertritt, will möglichst flächendeckende Bandbreiten von 100 Mbit/s erreichen. 50 Mbit/s, wie sie derzeit die Regierung vorsieht, seien nicht genug.
Köln (red) - Der Bundesverband Glasfaseranschluss (Buglas) hat die Bundesregierung zu ehrgeizigeren Zielen im Rahmen der Breitbandinitiative ermutigt. Die Breitbandinitiative beschränkt sich bisher auf die Versorgung von Anschlüssen mit 50 MBit/s. Doch aktuelle Studien gingen davon aus, dass Bandbreiten von 50 MBit/s perspektivisch nicht ausreichen werden, um den Bedarf der Nutzer zu decken.
Die Bundesregierung solle daher die Breitbandinitiative um Ziele für eine Versorgung mit hochleistungsfähigen Glasfaseranschlüssen und garantierten Bandbreiten von mindestens 100 MBits ergänzen. Der Ausbau der Glasfasernetze müsse dabei durch investitionsfreundliche rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen unterstützt werden. So sollten Infrastrukturaufbau und Investitionsrisiken von der Netzagentur "angemessen" bewertet werden, fordert der Verband - dessen Mitglieder allesamt selbst Netzbetreiber sind.
Auch sollten Kooperationen beim Glasfaserausbau soweit wie möglich gefördert werden. Als wesentliche Voraussetzung für einen wirtschaftlichen großflächigen Ausbau hochleistungsfähiger Glasfasernetze sieht der Verband die rechtliche Absicherung der Glasfaserverlegung bis zum Kunden im Zuge der anstehenden TKG-Novellierung. Es komme vor, dass Wohnungsgesellschaften ihre Zustimmung zur Verlegung von Glasfaser ins Gebäude verweigern.
Der Bundesverband Glasfaseranschluss zählt aktuell 19 Mitglieder, darunter NetCologne aus Köln und M-net aus München und 17 weitere regionale Carrier. NetCologne und M-net waren zuvor aus dem Bundesverband Breitbandkommuniktion ausgetreten, weil sie dort ihre Interessen nicht gewahrt sahen. Anders als zum Beispiel der VATM, der ebenfalls Telekom-Konkurrenten vertritt, fordert der neue Verband die Bundesregierung auf, den Breitbandausbau auf Bundes- und EU-Ebene durch Fördermittel zu unterstützen.
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