
Glasfaser-Ausbau geht nur schleppend voran
Netzagenturchef Kurth hat sich die deutschen DSL-Anbieter vorgeknöpft. Seiner Meinung nach verzögern Streitereien über Technik und Standards den Ausbau der Glasfasernetze. Die bisherigen Verhandlungen kamen zu keinem konkreten Ergebnis.
Hamburg (red) - Der Ausbau der Glasfasernetze in Deutschland zieht sich immer mehr hin. Bundesnetzagenturchef Kurth kritisiert dabei in der Financial Times Deutschland, dass die Anbieter sich mit Verhandlungen und Streitereien über Technik und Standards der Glasfasernetze aufhielten. Die Aufrüstung der Infrastruktur ist eines der wichtigsten Projekte für die Unternehmen. Die neuen, schnellen Glasfasernetze sollen lukrative Zusatzdienste ermöglichen - wichtig, weil die Anbieter mit klassischer Festnetz- und Mobilfunktelefonie immer weniger Geld verdienen können.
Nach Expertenschätzungen soll der Glasfaser Ausbau 40 bis 50 Milliarden Euro kosten; das könnte kein einzelnes Unternehmen alleine stemmen. Deshalb wird wohl eine Art Flickenteppich von Glasfasernetzen verschiedener Unternehmen entstehen. Chefregulierer Kurth befürwortet eine Zusammenarbeit bei den neuen Glasfasernetzen gleichwohl explizit; eine freiwillige Zusammenarbeit sei grundsätzlich besser als ein Übermaß an Regulierer Tätigkeit. Zudem mache es wenig Sinn, dass zwei oder drei Anbieter Glasfaserkabel in ein und dieselbe Wohnung legen, so Kurth. Die Gespräche über eine Zusammenarbeit dauern voraussichtlich noch ein Jahr an; sie finden monatlich statt.
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