
freenet will rund 1000 Vollzeitstellen abbauen (Upd.)
"Die Verschlankung von zentralen Bereichen und die Konzentration auf kundennahe Bereiche", so die Mitteilung von freenet, soll rund 1000 Vollzeitstellen kosten. Der Hintergrund ist die debitel-Übernahme im Sommer.
Büdelsdorf (ddp/cm) - Der Hamburger Telekommunikationsanbieter freenet (www.freenet.de) will rund 1000 Stellen und damit jeden siebten Arbeitsplatz streichen. Der Stellenabbau stehe im Zusammenhang mit der Übernahme des Stuttgarter Konkurrenten debitel im Juli, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Büdelsdorf bei Hamburg mit.
In Büdelsdorf sollen den Abgaben nach die Zentralbereiche des Mobilfunkgeschäfts wie Marketing/Produktmanagement, Vertrieb und IT angesiedelt werden, während die Shop-Aktivitäten am Standort Oberkrämer nahe Berlin gebündelt werden sollen. Der Kundenservice-Bereich werde an den Standorten Erfurt und Kaiserslautern bleiben.
Der Standort Elmshorn mit etwa 650 Mitarbeitern solle geschlossen werden, sagte eine Sprecherin von freenet. 160 Mitarbeitern solle angeboten werden, im Rahmen einer Verlagerung der IT von Elmshorn nach Büdelsdorf zu wechseln. Am debitel-Hauptsitz Stuttgart, der als Standort mit Kernkompetenzen vor allem im Finanzbereich erhalten bleibe, würden rund 300 Stellen gestrichen. Weitere Stellen sollen durch den Abbau von Doppelfunktionen und im Außendienst gestrichen werden.
Die Planungen seien den Gremien und Arbeitnehmern vorgestellt worden und würden in den kommenden Wochen in weiteren Gesprächen mit den Arbeitnehmervertretern besprochen, hieß es weiter. freenet hatte Ende April mit dem Finanzinvestor Permira die debitel-Übernahme vereinbart. Permira erhielt im Rahmen der Transaktion, deren Abschluss am 5. Juli mitgeteilt wurde, 25 Prozent an freenet.
Mit der Übernahme hatte freenet das Mobilfunkgeschäft zum neuen Kerngeschäft erklärt. Seither bezeichnet sich freenet als größter netzunabhängiger Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Das DSL-Geschäft steht derzeit zum Verkauf, es findet sich allerdings seit geraumer Zeit kein Käufer. Analysten zufolge will freenet zu viel Geld haben. Erst am Dienstag hatte United Internet erklärt, definitiv nicht zur Verfügung zu stehen. freenet beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter.
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