
eBay: Täter oder Opfer?
Wie bereits gestern berichtet, wurden im Internetauktionshaus eBay Filme, Computerspiele und Tonträger mit gewaltverherrlichenden, brutalen oder rechtsradikalen Inhalten angeboten.
Ein Teil der illegalen und gewaltverherrlichenden Medien ist von Gerichten beschlagnahmt worden und hätte somit nicht einmal Erwachsenen zugänglich gemacht werden dürfen. Über diesen Umstand berichtet heute die ZDF-Sendung "Frontal21", allerdings mit dem Schwerpunkt auf die rechtsradikalen Inhalte. Entgegen diverser Stellungnahmen in der heutigen Presse sei eBay keineswegs Opfer von Rechtsradikalen geworden, wie der Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums, Heiko Homburg, erklärte, sondern habe sich dieses Treiben seit gut 18 Monaten gefallen lassen und an jedem der illegalen Angebote verdient.
Der Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in Deutschland (IVD) hat nach eigenen Angaben das Auktionshaus im Juli 2000 über das Problem informiert. Da sich das Unternehmen nicht genügend um die Verhinderung solcher Angebote gekümmert habe, hat der IVD im Juli 2001 eine Einstweilige Verfügung gegen eBay beantragt und erhalten. An das darauf bestehende Verbot, solche Titel weiterhin zu vertreiben, habe sich eBay nicht gehalten.
Im November 2001 wurde die Einstweilige Verfügung vom Landgericht Potsdam wieder aufgehoben. Dadurch ist das Auktionshaus erst dann zu einer Löschung illegaler beziehungsweiser gewaltverherrlichender Inhalte verpflichtet, wenn ein Dritter eBay auf ein einzelnes Angebot aufmerksam macht.
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