
E-Plus: Regulierungspolitik behindert schnellen Ausbau
Ein Jahr nach der Auktion neuer Mobilfunkfrequenzen in Deutschland zieht die Düsseldorfer E-Plus Gruppe Bilanz: Es geht voran. Ohne die aktuelle Regulierungspolitik könnte es nach Ansicht von E-Plus jedoch noch schneller gehen.
Düsseldorf (red) - Die E-Plus Gruppe hat nach eigener Aussage das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2012 das beste Datennetz aus Kundensicht anzubieten. 80 Prozent des UMTS-Netzes seien inzwischen auf HSDPA und vermehrt sogar HSPA+ aufgerüstet. Täglich kämen rund ein Dutzend neue Sendestationen hinzu. E-Plus will den Ausbau nun vor allem auf ländliche Gebiete ausweiten – mit HSPA+ und ohne die Ausbauverpflichtung, die die Wettbewerber durch den Erwerb der LTE-Frequenzen haben.
E-Plus will sich auf einen Netzausbau konzentrieren, der den tatsächlichen Bedarf der meisten Nutzer in den Mittelpunkt stellt. Die Wahrnehmung des Kunden orientiere sich nicht an potenziellen Spitzendatenraten und technischen Kürzeln, sondern daran, dass sie schnell im Internet surfen könnten. Daher setzt E-Plus auch auf den Ausbau bereits vorhandener Infrastruktur und HSPA+.
Aber auch beim LTE Ausbau will man mitmischen: Ihr Spektrum aus der Frequenzauktion 2010 nutzt die E-Plus Gruppe auch für LTE-Feldtests. Für diese setzt E-Plus drei neu erworbene Frequenzbänder ein: In Düsseldorf 2,6 GHz, im niederrheinischen Wachtendonk 1,8 GHz und in Kürze in Cloppenburg 2,1 GHz. Es handelt sich zunächst um rein technische Tests, dafür versorgt E-Plus seit einigen Wochen das Cloppenburger Stadtgebiet mit HSPA+, das Datenübertragungsraten bis zu 21,6 MBit/s bietet.
Als Hemmschuh für einen noch schnelleren und günstigeren Breitbandausbau in Deutschland sieht E-Plus die rechtlichen Rahmenbedingungen. Insbesondere geht es dabei um die Nutzung der Frequenzen bei 900 MHz. E-Plus hatte von der Bundesnetzagentur bereits die Erlaubnis bekommen, diese Frequenzen an mehreren Standorten für Datendienste zu nutzen. E-Plus will jedoch eine generelle Neuverteilung, die die neueren Wettbewerber gegenüber den älteren nicht benachteiligt.
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