
DSL auf dem Land: Kritik an Verzögerungstaktik
Im Mai hatte der Regulierer festgelegt, was die Nutzung der Telekom-Schaltverteiler kosten soll. Dagegen klagt der Konzern jetzt - sehr zum Unmut der Alternativanbieter, die ihre Tarife gern auch in ländlichen Regionen zu besseren Konditionen anbieten würden.
Bonn (red) - Der Breitbandausbau in ländlichen Regionen und die Erschließung weißer Flecken dürften sich durch die Klage erneut verzögern.
Zum Hintergrund: Der Zugang zu den Teilnehmerleitungen ist für Wettbewerber der Telekom zur Erschließung und Versorgung "weißer Flecken" mit schnellen Internetanschlüssen von großer Bedeutung. Mit dem Zugang am Schaltverteiler kann die Länge der Leitungen zwischen der aktiven Technik des Anbieters und den Kunden auf ein Maß verkürzt werden, welches eine Internetversorgung mit hoher Bandbreite zu marktgerechten Preisen ermöglicht.
Über ein Jahr nach der Grundsatzentscheidung der Netzagentur zum Schaltverteiler (März 2009) und nach zahlreichen weiteren Regulierungsverfahren sind die Hürden für alternative Anbieter zur Nutzung eines Schaltverteilers nach wie vor nicht ausgeräumt. Das verzögert eine breitbandige Erschließung vor allem ländlicher Regionen. Aus Sicht der im Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) zusammengeschlossenen Unternehmen handelt es sich bei der Klage um einen erneuten Verzögerungsversuch der Telekom. Antrag und Begründung liegen dem Verband nach eigenen Angaben noch nicht vor.
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