
DSL-Anbieter müssen das Kabel zunehmend fürchten
In den kommenden Jahren wird sich das Wachstum bei DSL-Anschlüssen aller Voraussicht nach ordentlich abschwächen. Die Konkurrenz, vor allem die auf Kabel-Basis, schläft nicht, und die Margen werden immer geringer. Das Anbietersterben dürfte weitergehen.
Folgen auf die sieben fetten Jahre nun sieben magere? Zwar sind es eher halb so viele Boom-Jahre, die die deutschen DSL-Anbieter hinter sich haben, doch der Trend dürfte stimmen. Branchenbeobachter zeigten sich in den vergangenen Wochen einig darüber, dass die Nachfrage nach DSL-Anschlüssen abflauen wird. Das liegt zum einen daran, dass inzwischen sehr viel mehr Menschen einen schnellen Internetanschluss haben. Andererseits ist die Konkurrenz einfach größer geworden und die Margen niedriger.
Druck kommt vor allem von einer Seite: den Kabelnetzbetreibern. Nachdem Kabel Deutschland und Co. einige Jahre lang dem munteren DSL-Treiben praktisch nur zugesehen haben, sind inzwischen große Teile ihrer Netze digitalisiert, und das Tarifangebot kann sich mehr als sehen lassen. Die Kabel-Anbieter haben teilweise so günstige Bündelangebote und so hohe Bandbreiten, dass sie den arrivierten DSL-Anbietern mittlerweile ordentlich in die Suppe spucken. Daran dürfte sich zumindest mittelfristig auch nichts ändern.
Marktforscher gehen davon aus, dass sich das Wachstum bei terrestrischem DSL in den nächsten Jahren deutlich abschwächen wird. Das wird die schon länger angelaufene Konsolidierung weiter vorantreiben. Nachdem bereits AOL an HanseNet und Lycos an freenet verkauft wurde, stehen nun freenet selbst ebenso wie Tele2 und HanseNet selbst auf dem Einkaufszettel der Branchengrößen. Am Ende werden wohl nur drei oder vier Anbieter übrigbleiben, prognostizieren Branchenkenner.
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