
Der Breitband-Ausbau könnte schneller vorankommen
Telekom-Chef René Obermann gibt der nach seiner Auffassung überzogenen Regulierung Schuld am bislang zögerlichen Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland. Deshalb würden die Firmen zu wenig investieren.
Frankfurt/Main (dapd/red) - In einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Dienstagausgabe) erklärte Obermann, der Breitband Ausbau in Deutschland erfordere nach Expertenschätzungen Investitionen von bis zu 40 Milliarden Euro. "Die wichtigste Aufgabe der Regulierer sollte es daher sein, für Investitionsanreize zu sorgen, statt der Branche durch populäre Preiskürzungen Milliarden zu entziehen."
(Foto/Abb.: Deutsche Telekom AG)Obermann spielt damit auf die Ankündigung der Bundesnetzagentur an, die sogenannten Terminierungsentgelte im Mobilfunk halbieren zu wollen. Er nannte das Ziel der Bundesregierung richtig, dass bis 2014 rund 75 Prozent der Haushalte Übertragungsraten von 50 Megabit pro Sekunde nutzen können sollten. Grundsätzlich investierten Unternehmen allerdings nur, "wenn es sich für sie rentiert und sie eine gewisse Sicherheit über die Rahmenbedingungen haben", erklärte der Telekom-Vorstandschef. Beim Breitbandausbau sei entscheidend, wie die Regulierung der neuen Glasfasernetze aussehen werde.
Obermann forderte Bundesregierung und Parlament auf, mit der Neufassung des Telekommunikationsgesetzes im kommenden Jahr Investitionsanreize zu setzen. Es gebe keinen Grund, die Telekom beim Glasfaserausbau weiterhin zu regulieren wie zu Monopolzeiten, andere Unternehmen jedoch nicht. Da bei schnellen Internetzugängen neben der Telekom vor allem Stadtnetzbetreiber und Kabelnetzbetreiber aktiv seien, sollten die Märkte zudem regional betrachtet werden. "Wo Wettbewerb herrscht, kann die Regulierung reduziert werden", forderte Obermann.
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