
congstar will nicht nur mit der Telekom zusammenarbeiten
Die Telekom-Tochter congstar bricht einem Pressebericht zufolge mit ehernen Konzerntraditionen. Statt wie bisher immer und ausschließlich nur das Netz der Konzernmutter zu wählen, zählt künftig nur noch eines: der Preis.
Am Dienstag erst ist die Telekom-Tochter congstar mit ihrer neuen Produktlinie an den Start gegangen - und zwei Tage später wird klar: Die Emanzipation congstars (www.congstar.de) von der Mutter Deutsche Telekom ist viel weiter fortgeschritten als vermutet. Noch am Dienstag hat ein congstar-Sprecher auf Nachfrage der Redaktion bestätigt, dass das zugrunde liegende Netz das des Mutterkonzerns ist. Doch nach neuesten Informationen dürfte das nicht allzu lange so bleiben - jedenfalls nicht ausschließlich.
Wie das Handelsblatt am Donnerstag schreibt, soll congstar-Chef Alexander Lautz an Rande einer Presseveranstaltung eindeutig klargestellt haben, dass man künftig nicht nur das Netz der Telekom nutzen wolle. Man werde künftig "per Ausschreibung" entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Somit ist klar: Die Kölner Telekom-Tochter wird auch fremdgehen, wenn der Preis stimmt. Erste Verhandlungen sollen bereits angelaufen sein, noch im laufenden Jahr sollen erste Fremdkooperationen starten.
Der Hintergrund: Der DSL-Markt ist stark umkämpft, die Margen sind klein. Und die Telekom darf ihren Tocherunternehmen keine Vorzugskonditionen gewähren, sondern muss congstar genauso behandeln wie einen externen Wettbewerber. Lautz zufolge können die Preise bei congstar, die etwa auf dem Niveau der Wettbewerber liegen, nur wirtschaftlich angeboten werden, wenn man sich auch im Netzbereich öffnet und dort günstigere Konditionen als bisher wahrnehmen kann.
Die Telekom lässt ihrer Tochter die lange Leine. Man sehe diese Dinge jetzt deutlich "entspannter" als bisher. Ob mit diesem Kurs allerdings der Kundenschwund im klassischen Festnetz, der einer der Gründe für eine konzerneigene Billigtochter war, gebremst werden kann, scheint fraglich. Denn eigentlich sollte congstar Telekom-müde Kunden über den günstigeren Preis und eine betont Telekom-unähnliche Außendarstellung wieder zurückholen.
Mehr Infos:
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