
Bundesnetzagentur will Wettbewerber bei VDSL einbeziehen
Laut der aktuellen Regulierungsverfügung hat die Deutsche Telekom immer noch eine beträchtliche Marktmacht. Um Planungssicherheit und Chancengleichheit zu gewähren, sollen die Telekom-Wettbewerber eigene VDSL-fähige Anschlussnetze aufbauen können.
Die Bundesnetzagentur hat jetzt der EU-Kommission und den nationalen Regulierungsbehörden der anderen EU-Mitgliedsstaaten die Entwürfe einer Festlegung zur Marktdefinition und Marktanalyse sowie einer Regulierungsverfügung gegenüber der Deutschen Telekom für den Bereich des Zugangs zur Teilnehmeranschlussleitung (TAL) zur Stellungnahme vorgelegt. Hintergrund ist die gesetzliche Verpflichtung der Bundesnetzagentur, die Marktverhältnisse und die einem Unternehmen mit beträchtlicher Marktmacht auferlegten Verpflichtungen alle zwei Jahre zu überprüfen.
Der Entwurf der Marktdefinition und Marktanalyse entspricht den bisherigen Festlegungen der Bundesnetzagentur. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die Telekom im Bereich der TAL nach wie vor über beträchtliche Markmacht verfügt.
Die auf der Feststellung zum Vorliegen beträchtlicher Marktmacht aufsetzende Regulierungsverfügung sieht vor, die bisherigen Verpflichtungen zum Zugang zur Teilnehmeranschlussleitung beizubehalten. Darüber hinaus soll die Telekom verpflichtet werden, den Wettbewerbern den Zugang zu ihren Kabelkanälen zwischen den Kabelverzweigern (KVz) und den Hauptverteilern (HVt) zu gewähren. Nur für den Ausnahmefall, dass ein Zugang zu den Kabelkanälen nicht möglich ist, sieht die Regulierungsverfügung den Zugang zu unbeschalteten Glasfaserleitungen der Telekom vor.
"Die beabsichtigten zusätzlichen Verpflichtungen sollen auch den Wettbewerbern die Möglichkeit eröffnen, eigene glasfaserbasierte Infrastrukturen an die TAL der Telekom anzubinden. Damit werden für Wettbewerber die gleichen Ausgangsvoraussetzungen geschaffen wie für die Telekom, die im Rahmen ihres VDSL-Ausbaus glasfaserbasierte Infrastrukturen aufgebaut hat oder plant. Wettbewerber werden in die Lage versetzt, selbst Geld in die Hand zu nehmen und eigene Anschlussnetze für breitbandige Nutzungen aufzubauen", erklärte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, anlässlich der Vorlage der Entscheidungsentwürfe.
Mit der beabsichtigten Entscheidung solle eine Phase der Unsicherheit überwunden und klare Signale für zusätzliche Investitionen in den breitbandigen Netzausbau gegeben werden, so Kurth. Den begrüßenswerten Investitionen der Telekom in den VDSL-Netzausbau könnten dann mit gleichen Chancen und vergleichbaren Kosten Entscheidungen der Wettbewerber folgen. Die immer wieder geforderte Planungssicherheit werde damit hergestellt.
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