
Breko kritisiert Bitstream-Entscheidung der Netzagentur
Mit Unverständnis hat der Bundesverband Breitbandkommunikation die gestrige Entscheidung der Bundesnetzagentur zu den Entgelten für das neue Vorleistungsprodukt IP-Bitstrom aufgenommen, das den Wettbewerbern entbündeltes DSL zur Verfügung stellt.
Beim IP-Bitstrom werden Unternehmen in die Lage versetzt, mit nur wenig eigener Infrastruktur bundesweit DSL-Anschlüsse anbieten zu können. Als "Schlag ins Gesicht des Infrastrukturwettbewerbs" bezeichnete Breko-Präsident Peer Knauer die Festsetzung eines monatlichen Überlassungsentgeltes in Höhe von 19,05 Euro für die Basisvariante. Diese Summe stünde "in krassem Widerspruch" zu der kürzlich von der Behörde in Richtung Wettbewerber erteilten Zusage, den Aufbau ihrer Glasfasernetze regulatorisch zu unterstützen.
Der DSL-Wettbewerb in Deutschland wird derzeit primär von den im Breko organisierten Teilnehmernetzbetreibern auf Basis der entbündelten Teilnehmeranschlussleitung, der so genannten "letzten Meile", bestritten. Einige dieser Unternehmen, wie NetCologne in Köln oder M-Net in München, haben damit begonnen, einzelne Gebäude mit Glasfaserleitungen anzubinden und damit dem Endverbraucher bislang in Deutschland nicht gekannte Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz dazu verzichten die Anbieter von Breitbandanschlüssen auf Basis von IP-Bitstrom auf den Aufbau eines eigenen leistungsfähigen Anschlussnetzes.
Die Netzagentur habe mit der Festsetzung eines niedrigen IPBitstrom-Entgelts die Kostensituation derjenigen Unternehmen verbessert, die keinen Beitrag zu Innovation und Qualitätssteigerung der Netze leisten. Nachdem der Regulierer solch "deutlich zu niedrige und inkonsistente Vorleistungskonditionen" für infrastrukturlose Anbieter festgelegt hat, werde es immer unattraktiver, den auf der aus Sicht des Verbands überteuerten Teilnehmeranschlussleitung basierenden Netzausbau fortzusetzen. Darunter leide das Engagement in den Aufbau einer hochmodernen Breitbandinfrastruktur, so Knauer.
Auch die Deutsche Telekom zeigte sich am gestrigen Dienstag unzufrieden mit der Entscheidung. Man werde prüfen, ob die Entscheidung zulässig war, sagte ein Sprecher.
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