
Breitbandausbau ist nicht allein zu stemmen
Die Ausbauziele sind erreicht, dennoch haben etwa 130.000 Thüringer Haushalte noch keinen Breitband-Internetanschluss. Um die Versorgung noch weiter auszubauen, müssen Unternehmen, Bund und Kommunen an einem Strang ziehen.
Erfurt (dapd/red) - 500 der rund 3.000 Orte im Freistaat müssten noch an das schnelle Internet angebunden werden, sagte Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) am Donnerstag beim Breitbandgipfel in Erfurt. Angestrebt werde, noch vor Ende 2015 eine flächendeckende und bedarfsgerechte Versorgung zu erreichen und die Brandbreite schrittweise auszubauen. "Zwei Megabit sind eine Basisversorgung, die bei weiten nicht ausreicht", sagte der Minister.
Ende Mai verfügten demnach 89 Prozent der Thüringer Haushalte und 87 der Unternehmen über einen Internetanschluss mit mindestens zwei Megabit Bandbreite. Damit sei das für Ende des Jahres 2012 angestrebte Ziel von 85 Prozent bereits deutlich übertroffen worden, sagte Machnig. Das Land werde den Ausbau des Netzes im ländlichen Raum weiter fördern. Allerdings würden sich die Förderbedingungen künftig nicht verbessern.
Bisher unterstützte der Freistaat den Anschluss von neun Gemeinden mit insgesamt 300.000 Euro. Jürgen Schneider von der Deutschen Telekom (www.telekom.de) sagte, die Nachfrage nach einer größeren Bandbreite werde weiter zunehmen. Sein Unternehmen setze dabei auf einen Technologiemix aus Festnetz, UMTS und LTE. Bisher habe die Telekom in Thüringen an 114 Standorten Sender für das Funknetz LTE 800 erreichtet. Damit seien 500 Gemeinden mit insgesamt 600.000 Einwohnern erreichbar. Bis Ende des Jahres sollen weitere 40 bis 50 Standorte hinzukommen.
Allerdings könne kein Unternehmen allein den Ausbau der Versorgung stemmen. Dazu bedürfe es der Zusammenarbeit von Unternehmen, Kommunen, Land und Bund. Stefan Reindl vom Energieversorger E.on Thüringer Energie AG (ETE), deren Tochter Thüringer Netcom ETE-eigene Netze für die Breitband-Versorgung nutzt, nannte den Ausbau der Internetversorgung auf dem flachen Land "ein Bürgerprojekt". Auch sein Unternehmen könne die erforderlichen Investitionen nicht allein stemmen.
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