
Breitband in der Provinz: Das Beispiel Brandenburg
Benötigt werden in Brandenburg laut Breitbandatlas etwa 8000 schnelle Internet-Anschlüsse. Die genaue Zahl ist jedoch unklar und dürfte weitaus höher liegen. Bürger und Unternehmen haben mit vielfältigen Problemen zu kämpfen.
Potsdam (ddp/cm) - Zur Finanzierung des Breitband-Ausbaus stehen dem Land Brandenburg unter anderem 3,3 Millionen Euro aus dem zweiten Konjunkturpaket von Bund und Ländern zur Verfügung. Zusätzliche Mittel erhofft sich die Landesregierung zudem von der Europäischen Union.
Der Ausbau des bereits vorhandenen Netzes ist der Deutschen Telekom zu teuer. Für die Verlegung von Kabel rechnet der Konzern mit Kosten von mindestens 25 000 Euro je Kilometer. In einigen Teilen will der Konzern jedoch seine UMTS-Kapazitäten ausbauen. Aufgrund der zersiedelten Bevölkerung wird in Brandenburg vor allem die Wireless-Lan-Lösung favorisiert. Dabei stellt ein Empfängermast die Verbindung zum Netz her. Um einen Nutzerpreis von etwa 30 Euro pro Monat und Anschluss zu erzielen, werden bei der Variante etwa 30 Haushalte je Sendemast benötigt.
"Wie viele Unternehmen von der unzureichenden Anbindung betroffen sind, wissen wir im Einzelnen nicht. Aber schon im Jahr 2007 wurde ein Breitand-Memorandum mit kommunalen Spitzenverbänden und kommerziellen Anbietern geschlossen, um die Versorgungslücke zu schließen - leider bislang nur mit unzureichenden Ergebnissen", konstatiert der Sprecher des Brandenburger Wirtschaftsministeriums, Alexander Gallrein.
Angesichts der unbefriedigenden Resultate verspricht die Landesregierung nun Abhilfe. "Es laufen mehrere Pilotprojekte im Land an, um technische Machbarkeiten und Lösungen bis 2010 zu finden", sagt Gallrein. Fieberhaft gefahndet wird dabei vor allem nach günstigen Technologien und ausreichenden Finanzierungsmitteln. "Der Ausbau des Glasfasernetzes wäre die solideste Lösung gewesen, das ist jedoch unbezahlbar. Wir denken daher an die Vergabe von ungenutzten Rundfunkfrequenzen und die Aufstellung von Funkmasten", schildert der Sprecher mögliche Lösungen.
Vor allem in der Prignitz, der Uckermark, weiten Teilen Südbrandenburgs und der Elbe-Elster-Region ist der Bedarf an leistungsfähigen Breitband Anschlüssen immens. Dass für den Lückenschluss die Mittel aus dem Konjunkturpaket II reichen könnten, hält Gallreich für ausgeschlossen.
Aus dem Paket stünden rund 3,3 Millionen für Breitband-Lösungen bereit. Angesicht der enormen Fläche Brandenburgs sei das zu wenig. Derzeit würden jedoch Möglichkeiten geprüft, um zusätzliche Mittel der Europäischen Union zu erhalten. Zudem stünden dem Agrarministerium rund neun Millionen Euro EU-Mittel zur Verbesserung der Agrarstruktur zur Verfügung. Die müssten jedoch von den Kommunen kofinanziert werden, weshalb sich die Nachfrage in Grenze halte.
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