
AOL will offenbar noch 2005 eigene DSL-Anschlüsse anbieten
Einem Pressebericht zufolge hat die gestrige Entscheidung der Bundesnetzagentur schon richtig Wirkung gezeigt. Künftig will offenbar auch der bisherige T-DSL-Wiederverkäufer AOL mit einem eigenen DSL-Netz starten.
Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfahren haben will, ist nun auch der Provider AOL auf dem Weg zu einem eigenen DSL-Angebot. Dem Bericht zufolge soll AOL-Chef Stan Laurent aufgrund des positiven Signals für den Wettbewerb vom gestrigen Mittwoch angekündigt haben, schon im September eigene Breitband-Internetanschlüsse anzubieten. Starten wolle man in Hamburg und dann Zug um Zug weitere Großstädte erschließen.
Bisher hat AOL ebenso wie viele andere Provider das T-DSL der Telekom weiterverkauft. Der zweitgrößte deutsche Anbieter 1&1, der zu Jahresbeginn öffentlich über ein eigenes DSL-Netz nachgedacht hatte, sieht sich durch die Entscheidung der Bundesnetzagentur offenbar nicht zum Handeln veranlasst. Ein Unternehmenssprecher sagte der FAZ, man werde das derzeitige Geschäftsmodell erst dann ändern, wenn sich "signifikante Änderungen" im Wettbewerbsumfeld ergäben.
Konkreter werden hingegen die Breitband-Pläne von Telefonica. Der spanische Netzbetreiber will laut FAZ sein Netz bis Mitte nächsten Jahres so ausbauen, dass fast die Hälfte der Bevölkerung direkt über die Anmietung der letzten Meile oder das Line-Sharing angeschlossen werden kann. Sowohl AOL als auch freenet wollen mit Telefonica zusammenarbeiten.
Hintergrund: Die Bundesnetzagentur hatte am gestrigen Mittwoch die Preise für verschiedene DSL-Vorleistungsprodukte, auf die die Wettbewerber angewiesen sind, teilweise erheblich gesenkt.
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