LTE: Mobilfunk-Standard mit Highspeed-Internet
Gerade erst wird das UMTS-Netz so richtig ausgenutzt, nämlich via mobiles Internet, so steht der nächste Standard schon vor der Tür: Verglichen mit LTE, ausgeschrieben Long Term Evolution, surft man mit den heutigen Bandbreiten quasi im Schneckentempo.
28 Mbit/s und mehr - LTE bringt rasende Daten
Mit dem LTE-Standard sollen Übertragungsgeschwindigkeiten von 28 Mbit/s und mehr erreicht werden können, theoretisch seien sogar bis zu 100 Mbit/s drin – mehr geht derzeit auch beim stationären Internet via Glasfaserleitung nicht.
Einen gewaltigen Schub wird LTE, da sind sich die Experten einig, durch die Nutzung der frei gewordenen Fernsehfrequenzen erfahren, bekannt als "Digitale Dividende". Durch die Digitalisierung des Fernsehens sind diese Frequenzen jetzt frei für die mobile Internetnutzung.
LTE-Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen
LTE wird derzeit als ideale Lösung gehandelt, um das Breitband-Internet via Funk in ländliche Regionen zu bringen. In Nordrhein-Westfalen ist dazu im November 2009 ein Pilotprojekt an den Start gegangen.
Um ländliche, dünn besiedelte Regionen mit schnellem Internet und digitalem Rundfunk zu versorgen, sind vermehrte Anstrengungen nötig - auch und gerade, um die Breitband-Ziele der Bundesregierung erfüllen zu können. Denn viele Haushalte sind nach wie vor vom Breitbandnetz abgeschnitten; wenn es dort überhaupt einen stationären Internetzugang gibt, liegt dieser unterhalb von einem Mbit pro Sekunde, kann also nicht als breitbandig gelten.
Da für die Anbieter ein flächendeckender Ausbau mit terrestrischer Anbindung in der Provinz, in dünn besiedelten Regionen, jedoch zu teuer wäre, gilt die ganze Hoffnung nun neuen Funklösungen wie LTE. Abgesehen von dem immer noch teuren Satelliten-Internet ist LTE vielfach die einzig verbleibende Technik und hat Wimax als Hoffnungsträger längst den Rang abgelaufen.
Regionen ohne Breitband könnte man per LTE erschließen
Mit der LTE Technik sollen sich bislang unversorgte Regionen zu vergleichsweise niedrigen Kosten ans Breitbandnetz anbinden lassen. Um einen ganzen Ort abzudecken, sind nur wenige Antennen notwendig. Beim Pilotprojekt im Sauerland arbeitet ein regionaler WDR-Sender mit der Landesanstalt für Medien und dem Mobilfunker Vodafone zusammen.
Zunächst sollen allerdings noch keine konkreten Haushalte angebunden werden. Vielmehr wollen die Techniker testen, wie sattelfest die neue Technologie ist und ob nicht etwa andere Frequenzbereiche, etwa die des Fernsehens, in der Pilotregion gestört werden.
LTE-Lizenzen werden 2010 versteigert
Die zur Anbindung von Endkunden gedachten Frequenzen der Digitalen Dividende werden voraussichtlich 2010 versteigert. Alle Beteiligten hoffen auf ein großes Geschäft - UMTS lässt grüßen.
(Foto zum Beitrag LTE / Long Term Evolution: Fotoksa / Fotolia.com)