Infos zum DSL-Anschluss
DSL ist alles andere als eine "Zaubertechnologie". Damit DSL auch zu Ihnen ins Haus kommt, muss weder eine neue Leitung gelegt noch eine neue Dose gesetzt werden. Vielmehr nutzt die Technologie das bestehende Kupferkabelnetz und ist so bis zu 48 Mal schneller als ISDN!
DSL ist die Abkürzung für "Digital Subscriber Line" und bedeutet nichts anderes als Internetsurfen im Highspeed-Verfahren. Passé sind die Zeiten, in denen sich Onliner mit analogen Modems oder mit ISDN-Zugängen durchs Internet quälen mussten. Vorüber sind auch sich langsam aufbauende Internetseiten, unendlich lange Downloads oder der mühselige Empfang von E-Mails mit größeren Attachments.
Schnell ... Schneller ... DSL!
Mit einem DSL-Zugang surfen Sie erheblich schneller im Internet als mit einem Analog- oder ISDN-Modem. Sie können aktuell in der Regel zwischen vier Anschlüssen auswählen:
- DSL 1000: 1024/128 kBit/s = 16 Mal schnellere Downloads als mit ISDN
- DSL 2000: 2048/192 kBit/s = 32 Mal schnellere Downloads als mit ISDN
- DSL 6000: 6016/576 kBit/s = 94 Mal schnellere Downloads als mit ISDN
- DSL 16.000: 16.000/800 kBit/s = 250 Mal schnellere Downloads als mit ISDN
Ein Download, der mit ISDN beispielsweise eine Dreiviertelstunde dauern würde, ist mit einem DSL 6000-Anschluss in nur etwa einer halben Minute erledigt - und der ADSL2+-Standard mit bis zu 16.000 oder gar 20.000 MBit/s ist noch drei Mal schneller! Selbst mit dem "kleinen" DSL 1000-Anschluss ist der Download schon nach knapp drei Minuten fertig. Kurzum: Sie können schneller surfen, schneller downloaden, schneller E-Mails empfangen etc. - die Wartezeit im Web gehört mit DSL der Vergangenheit an.
Grundsätzlich überall zu haben
Da für eine DSL-Anbindung lediglich ein herkömmlicher Telefonanschluss auf Basis der altehrwürdigen Kupferkabel vorausgesetzt wird, kann im Grunde jeder Internetnutzer bzw. jeder Haushalt DSL bestellen. Neue Leitungen müssen nicht verlegt werden - weder draußen noch im Haus.
Es gibt allerdings einige Gründe, warum DSL bei Ihnen nicht verfügbar sein könnte. Wenn Sie beispielsweise Glasfaserkabel liegen haben, ist ein DSL-Anschluss derzeit nicht möglich. Das ist in einigen Großstädten sowie in einigen Regionen der "neuen Bundesländer" der Fall.
Auch wenn Sie zu weit entfernt von der nächstgelegenen Vermittlungsstelle der Deutschen Telekom wohnen, ist DSL wegen mangelnder Leitungsqualität nicht möglich. Da die Übertragungsgeschwindigkeit von Daten mit zunehmender Entfernung von der Vermittlungsstelle abnimmt, lassen sich DSL-Anschlüsse für Privatkunden ab einer gewissen Entfernung - kritisch wird's ab vielleicht vier Kilometern - nicht mehr realisieren. Dabei ist zu beachten, dass nicht die Luftlinienentfernung gemeint ist, sondern die tatsächliche Länge des Kabels - und das kann mitunter verschlungene Wege gehen.
Wichtig ist auch, ob in der Vermittlungsstelle noch ein so genannter "Port" - quasi eine Anschlussmöglichkeit - für Sie frei ist. Ansonsten müssen Sie warten, bis ein Port frei wird bzw. bis die Kapazitäten Ihrer Vermittlungsstelle ausgebaut werden.
Die DSL-Verfügbarkeitsabfrage
So oder so müssen Sie vor Bestellung eines DSL-Anschlusses eine Verfügbarkeitsabfrage stellen. Mit der Maske des Anbieters 1&1 etwa können Sie die DSL Verfügbarkeit abfragen und prüfen, ob ein DSL-Anschluss an Ihrem Wohnort in Frage kommt. Sie müssen dafür nur wenige Daten eingeben.
Da die Deutsche Telekom AG mit Ihrem Leitungsnetz den allergrößten Teil der Bundesrepublik abdeckt, ist sie auch der größte Anbieter von DSL-Anschlüssen. Die Deutsche Telekom AG vermarktet Ihren DSL-Anschluss unter dem Namen "T-DSL". Viele Internet-Anbieter setzen Ihre Tarife auf diesem T-DSL-Anschluss auf oder verkaufen den Anschluss unter eigenem Namen weiter. Das nennt man dann "Resale" (=Weiterverkauf).
Ohne die altehrwürdigen Kupferkabel geht nichts
Kupferkabel wurden lange Zeit lediglich zur Sprachübertragung genutzt, also für Telefongespräche. Hierbei muss man wissen, dass die Telefonie lediglich Frequenzen von bis zu 4 kHz belegt, Kupferkabel jedoch einen Frequenzbereich von bis zu 1,1 MHz anbieten. Rein theoretisch ließe sich also das über 250-fache an Informationen über Kupferkabel vermitteln.
Da es in hohen Frequenzbereichen jedoch zu Störungen kommt und immense Datenverluste zu beobachten sind, werden Kupferkabel lediglich bis zu einer Frequenz von 120 kHz genutzt. Um die zuvor nicht genutzte Differenz zwischen besagten 4 und 120 kHz nutzen zu können, musste man die Kupferkabel lediglich "splitten".
Vom DSL-Modem nun wird die Kupferleitung in drei Kanäle aufgeteilt. Der erste Kanal ist der so genannte "POTS"-Kanal ("Plain Old Telephone Service"). Er deckt den eigentlichen Telefondienst ab, also die Sprachübermittlung. Die beiden anderen Kanäle dienen der Übermittlung von Daten, wobei der eine Kanal für Upstreams und der andere Kanal für Downstreams zur Verfügung steht.
Wenn Sie beispielsweise eine eigene Homepage betreiben und diese um neue Inhalte ergänzen wollen, müssen Sie Daten auf den Server Ihres Providers laden - das ist der Upstream. Laden Sie hingegen Daten von Seiten anderer Anbieter herunter - beispielsweise Musikstücke im MP3-Format -, so spricht man von Downstream. Kurz gesagt: Ein Kanal sendet, der andere empfängt - und mit dem dritten telefonieren Sie.
In den Vermittlungsstellen wiederum sind es digitale Modems, die dafür sorgen, dass Sprache und Daten getrennt werden - erst die dort stattfindende Unterscheidung lässt den Verbraucher das Kupferkabelnetz für Sprach- und Datenübertragung zugleich nutzen.
Was benötigt man für DSL?
Zusammenfassung: Alles, was Sie für DSL benötigen, ist in der Regel ein Telefonanschluss mit freigeschaltetem DSL-Anschluss, die entsprechenden Hardware-Komponenten - also die für DSL notwendigen Geräte - sowie einen Internet-Provider, mit dessen Tarif Sie ins Internet gehen. Immer öfter erhalten Sie alles aus einer Hand.
Bei dem Telefonanschluss ist zumeist egal, ob es sich um einen analogen oder um einen ISDN-Anschluss handelt. Viele Verbraucher denken, dass DSL nur in Verbindung mit einem ISDN-Anschluss möglich sei - das aber ist verkehrt, es sei denn, der Provider setzt einen solchen Anschluss ausdrücklich voraus. Das ist bei vielen Regionalanbietern der Fall, die ISDN und DSL nur komplett vermarkten. Wenn Ihr Telefonanschluss hingegen von der Deutschen Telekom kommt, ist es egal.
Interessant an dieser Stelle: Wenn Sie mit DSL ins Internet gehen, wird die eigentliche Telefonleitung nicht benutzt. Wenn Sie also einen analogen Anschluss haben, können Sie weiterhin mit dieser Leitung telefonieren - und bei einem ISDN-Anschluss bleiben beide Leitungen trotz Internetverbindung frei!
Mehr noch: Sie können mit einem DSL-Anschluss sogar über das Internet telefonieren, was wesentlich günstiger und teilweise sogar umsonst ist! Diese Technologie nennt man Voice over IP, kurz: VoIP. Infos zu Technik, Anbieter, Preise, Geräte und mehr finden Sie in unserer Rubrik VoIP.
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