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war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

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Beitrag Sicherheits-Check meines WLANs | Lan- Verbindung auf Desktop Nerve
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30.Oct.2006 11:39 Zum Anfang der Seite springen
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Achtung war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

Definition:
Mit einem Laptop WLAN Netze suchen
Siehe auch Wikipedia

Was passierte:
Neben Internet Cafe s surfe ich auch in einem WLAN eines Autohauses bei mir um die Ecke, weil ich nach einem Umzug aus dem Ausland noch keinen festen Wohnsitz und demnach DSL habe.
Auf dem Platz des AH wurde ich von der Polizei aufgegriffen, weil man einen Einbruch vermutete. Im Verlauf des Abends suchten mich die Beamten erneut auf und stellten meinen Laptop sicher. Begründung: war driving. Die mündliche Erklärung lautete in etwa "widerrechtliches Nutzen von Daten von Dritten".

Rechtliche Ausführungen:
Kurze PPT mit §
Ausführliche Abhandlung

Wie kann man/ ich sich wehren ?
Natürlich kannte ich die rechtlichen Belange erst später. Es gibt noch kein Urteil.
Allerdings wollte niemand von mir wissen, ob ich mich einhackte oder das Netz offen war. Am Folgetag leitete der Kripobeamte ein Strafverfahren ein und ich hocke da... ohne Laptop und irgendwie ohne Recht.
Der Widerspruch gegen die Sicherstellung ist raus, nur spielen die Behörden auf Zeit. Die Akte ist irgendwo zwischen Polizei und Staatsanwaltschaft und alles geht nur schriftlich. Das AH hat nie Anzeige erstattet (Stand heute) und selbst Beziehungen zur Staatsanwaltschaft helfen nicht.
Faktisch zieht der Staat einfach willkürlich mein Eigentum ein und durch die Mühlen der Justiz sitzt das erstmal in der Arservatenkammer. Meine Möglichkeiten sind erschöpft, sofern ich nicht Ausgaben produzieren möchte. Wenn ich mir einen Anwalt nehme, bleibe ich auf dessen Kosten sitzen. Denn der dt Rechtsstaat sieht das so: Wer Recht hat, braucht keinen Anwalt. Dann wird das Verfahren von alleine eingestellt.
Hier stellt sich eben nur die Frage, wann !

Vermutlich hätte ich das Laptop nicht Herausrücken dürfen, was evtl in Beugehaft geendet hätte. Zumindest wäre dass dann etwas für die Presse unglücklich

Empfehlung
Man sollte die entsprechenden Seiten der PDF Datei immer dabei haben und sich exakt (!) den Vorwurf nennen lassen, um danach entsprechend den § rauszusuchen.
Das Laptop nicht herausrücken und sich immer die Namen inkl. Dienstgrad der Polizisten merken. Darüber hinaus auf einer Aussage bestehen, sofern man wirklich nichts gemacht hat ("Ich möchte zu Protokoll geben, dass das NEtz, in dem ich gesurft habe nicht passwort geschützt war. Darüber hinaus möchte ich aussagen, dass ich mir nicht widerrechtlichen Zugang zu irgendwelchen Daten des Netzwerkbetreibers verschafft habe.")
Tja, oder einfach hoffen, dass in einem Internet Cafe kein Kriminalhauptkommissar Koppitz vorbeikommt und alle Geräte beschlagnahmt.
Teufel

Mit freundlichem Gruss
blademoritz16

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30.Oct.2006 12:59 Zum Anfang der Seite springen
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RE: war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

Zuerst einmal: Dumm gelaufen für Dich, auch wenn Du nur surfen wolltest und die (vermutliche) DSL-Flatrate des Autohauses zum nächtlichen Zeitpunkt sicherlich ungenutzt war.

Andererseits bin ich persönlich der Meinung, dass die Nutzung fremder offener WLANs (trotz Flatrate) vergleichbar ist mit der Nutzung fremder Gegenstände. Wenn mir der Eigentümer unmißverständlich erlaubt, seine Gegenstände unentgeltlich zu nutzen, dann ist alles OK. Weiß er aber nichts darüber, dann ist es Diebstahl - und das auch dann, wenn ich ihm den Gegenstand später unbeschädigt und unbemerkt wieder zurückbringe.

Wie auch immer, hoffentlich kommst Du aus der Sache ohne großen Schaden wieder raus!

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Themenstarter Thema begonnen von blademoritz16

31.Oct.2006 13:49 Zum Anfang der Seite springen
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RE: war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

Zum Einen habe ich gestern das Laptop wieder zurückbekommen.

Hinsichtlich offener Netze kann man ja geteilter Meinung sein, allerdings ist die Auslegung der in Frage kommenden § relativ eindeutig.
Abgesehen davon gibt es in anderen Ländern Bestrebungen, ganze Städte mit WLANs abzudecken, indem Menschen Ihre Netze "zusammenlegen". Wer Briefe auf einem Tisch offen liege lässt, läuft Gefahr, dass sie ein anderer liest.
geschockt

Zitat:
Original von sis
Zuerst einmal: Dumm gelaufen für Dich, auch wenn Du nur surfen wolltest und die (vermutliche) DSL-Flatrate des Autohauses zum nächtlichen Zeitpunkt sicherlich ungenutzt war.

Andererseits bin ich persönlich der Meinung, dass die Nutzung fremder offener WLANs (trotz Flatrate) vergleichbar ist mit der Nutzung fremder Gegenstände. Wenn mir der Eigentümer unmißverständlich erlaubt, seine Gegenstände unentgeltlich zu nutzen, dann ist alles OK. Weiß er aber nichts darüber, dann ist es Diebstahl - und das auch dann, wenn ich ihm den Gegenstand später unbeschädigt und unbemerkt wieder zurückbringe.

Wie auch immer, hoffentlich kommst Du aus der Sache ohne großen Schaden wieder raus!

Mit freundlichem Gruss
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31.Oct.2006 14:21 Zum Anfang der Seite springen
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RE: war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

Zitat:
Original von blademoritz16
Wer Briefe auf einem Tisch offen liege lässt, läuft Gefahr, dass sie ein anderer liest.


Wohl wahr, ändert aber nichts an der Situation.

Man könnte ja auch sagen: Wer keinen Brustbeutel trägt und den Geldbeutel aus der Hosentasche geklaut bekommt, ist selbst schuld. Deshalb darf man aber den Geldbeutel noch lange nicht klauen. Und genauso wenig darf man Briefe Dritter lesen.

Aber Du hast ja wohl auch keine Daten "missbraucht" smile

Superinteressantes Thema!

Gruß,
Thom@s

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31.Oct.2006 19:21 Zum Anfang der Seite springen
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RE: war driving - Strafrechtliche Verfolgung beim Surfen im WLAN

Hallo,
sehe ich auch wie Thom@s,
Wenn jemand sein W-Lan nicht sichert, ist noch lange keine Einladung für Andere, dieses dann mit zu nutzen.
Da W-Lan ja auf Funk basiert, ist halt niemandem möglich dies auf bestimmte Räumlichkeiten/Grenzen zu beschrenken, da die Nurzbarkeit ja immer durch die Reichweite/Sendeleistung definiert wird.

Sicherlich sollte man sein W-Lan dagegen sichern, aber wenn ich meine Haustür offen lasse, hat trotzdem niemand recht rein zu kommen!

Gruß, André

Wenn Dummheit ein Bodenschatz wäre, dann wäre Deutschland reicher als Saudi Arabien!
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