Allgemeine Fragen zur Internettelefonie
- Wie ist die Sprachqualität bei VoIP-Telefonaten?
- Kann ich VoIP auch ohne DSL benutzen?
- Trotz DSL-Flat kann ich nicht "ruckelfrei" telefonieren. Warum?
- Wie sieht es mit Sicherheit und Spam bei VoIP aus?
- Was passiert bei Voice over IP eigentlich?
- Was ist eigentlich der ENUM-Standard?
Wie ist die Sprachqualität bei VoIP-Telefonaten?
Da man sich bei Voice over IP nicht übers herkömmliche Festnetz einwählt, sondern sich eine DSL-Leitung mit anderen Teilnehmern teilt, ist die Sprachqualität unterschiedlich. Bei der herkömmlichen Sprachtelefonie wird jede Verbindung gesondert geschaltet, bei VoIP eben nicht.
Aufgrund von Übertragungsproblemen kann es zu einer zerstückelten Sprachübertragung kommen, auch wenn dies oft nur Sekundenbruchteile betrifft. Solche Übertragungsprobleme sind vergleichbar mit Festnetzgesprächen in andere, ferne Zeitzonen, wo man oft das Gefühl hat, der Gesprächspartner fällt einem ins Wort oder hört nicht zu, da der eigene Satz bei ihm später angekommen ist als man selbst ihn ausgesprochen hat.
Diese Effekte haben jedoch ihren Grund: Die Übertragung via Internet-Protokoll findet im Gegensatz zur leitungsvermittelten Festnetz-Telefonie nicht kontinuierlich, sondern in Paketen statt. Dies erlaubt zwar das Übertragen immenser Datenmengen für wenig Geld, doch eine andauernde und gleichmäßige Übertragung von Sprache, wie man sie von "normalen" Telefongesprächen kennt, schafft das IP-Protokoll nicht.
Die Sprachqualität ist jedoch schon deutlich besser geworden; Sprachabbrüche und Dauerrauschen gibt es kaum noch.
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Kann ich VoIP auch ohne DSL benutzen?
Nein, ein DSL-Anschluss plus Volumentarif oder im besten Fall plus Flatrate ist Voraussetzung für Voice over IP. Zwar funktioniert VoIP prinzipiell auch über Modem/ISDN, doch dann ist erstens der Kostenvorteil futsch und zweitens die Sprachqualität dürftig. Ein entsprechender technischer Hintergrund mit ordentlich Bandbreite ist also wesentlich.
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Trotz DSL-Flat kann ich nicht "ruckelfrei" telefonieren. Warum?
Richtig ist, dass eine hohe Bandbreite - also mindestens ein DSL-Volumentarif oder besser eine DSL-Flatrate - Voraussetzungen sind, um per Internet in guter Qualität und kostengünstig telefonieren zu können. Wenn also trotzdem solche Sprachprobleme auftauchen, kann das Netzwerk Schuld sein. Es ist dann möglicherweise einfach nicht in der Lage, hohe Datenmengen transportieren zu können. Für eine gute Netzwerkauslastung sind beispielsweise Router zu empfehlen, die ein Quality-of-Service-Management (QoS) anbieten.
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Wie sieht es mit Sicherheit und Spam bei VoIP aus?
Dass Telefonate via Internet abhörsicher seien, wie man häufig hört, ist leider nicht richtig. Das liegt vor allem an der VoIP-typischen Anschlusstechnik, die von der sonstigen Infrastruktur weitestgehend entkoppelt ist. So nutzen Sicherheitstools, die das sonstige Netzwerk schützen, bei Internettelefonaten nichts. Auch haben es viele Hersteller immer noch nicht geschafft, VoIP-taugliche Firewalls anzubieten.
Auch Spam, bei VoIP Spit (Spam over Internet Telephony) genannt, wird zunehmend zum Problem - nicht zuletzt aufgrund der geschilderten Nachlässigkeiten. Das Spammen via VoIP ist kostengünstig und ruft allein deshalb viele Nachahmer auf den Plan. Wie bereits aus dem herkömmlichen Festnetz bekannt, rufen meist Sprachcomputer an. Techniken zur Erkennung und Filterung von Spit werden entwickelt, sind aber noch nicht marktfähig.
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Was passiert bei Voice over IP eigentlich?
Voice over IP heißt wörtlich "Sprache übers Internet-Protokoll". Das heißt, man telefoniert übers Internet, und zwar über eine DSL-Leitung und nicht über eine extra eingerichtete Festnetz-Telefonleitung.
Ein entsprechendes Endgerät, entweder der Rechner oder der Adapter des VoIP-Telefons, digitalisiert die Sprache und schickt sie in kleinen Paketen über das Internet an den Empfänger. Damit dieser die Pakete hören kann, passiert dann ein entgegengesetzter Vorgang: Die Pakete werden wieder in Klang umgesetzt und über einen Lautsprecher ausgegeben. Das geht immer hin und her, derart können die Teilnehmer miteinander sprechen.
Die meisten hiesigen Provider setzen des SIP-Protokoll (Session Initiation Protocol) ein, welches von der IETF, der Internet Engineering Task Force, entwickelt worden ist.
Ein weiterer Standard - quasi ein "Konkurrenzprotokoll" - ist H.323. Dieses Produkt wurde von der ITU, dem Standardgremium der Telekommunikationsindustrie, entwickelt.
Schließlich gibt es noch IAX, ein Open-Source-Protokoll.
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Was ist eigentlich der ENUM-Standard?
Der globale ENUM-Standard (tElephone Number Mapping) dient der Übersetzung herkömmlicher Telefonnummern in Internetadressen des im Internet üblichen Domain Name System (DNS). ENUM stellt eine wichtige Voraussetzung dar, um bei VoIP über die althergebrachte Telefonnummer erreichbar zu sein. Unter einer ENUM-Adresse lassen sich VoIP-Ziele, Festnetz- und Mobilfunknummern sowie E-Mails und Webseiten mit Prioritätenreihenfolge festlegen.
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