EDGE - was ist es und was kann es?
EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) ermöglicht in GSM-Mobilfunknetzen eine höhere Datenübertragungsrate. Die Technologie wird als Zwischenschritt zu UMTS betrachtet, in ländlich strukturierten Gebieten gar als UMTS-Ersatz. Mit EDGE sind bis zu 250 kBit/s im Downstream möglich.Was ist EDGE?
Hinter dem Begriff EDGE (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) verbirgt sich eine Technik, die es ermöglicht, herkömmliche GSM- und GPRS-Mobilfunknetze aufzuwerten und einen Downstream von bis zu aktuell 150 bis 250 kBit/s zu ermöglichen. Herkömmliche GSM-Mobilfunknetze bieten nur einen Downstream von durchschnittlich 40 kBit/s (GPRS) an und sind somit nicht in der Lage, größere Inhalte über das Mobilfunknetz auszutauschen.
Die EDGE-Technologie stellt hierbei eine Evolutionsstufe des herkömmlichen GPRS-Standards dar und wird in naher Zukunft bis auf 384 kBit/s ausgebaut. Im Vergleich zu anderen Standards wie etwa UMTS und HSDPA, die mittlerweile auf DSL-Niveau Daten übertragen können, ist EDGE hinsichtlich der Übertragungsgeschwindigkeit im Nachteil, bietet aber den enormen Vorteil, dass keine neuen Netze nötig sind, um den EDGE-Standard zu ermöglichen. Viele Anbieter in Deutschland haben mittlerweile damit begonnen, EDGE auf die nächste Stufe auszubauen und bieten bereits einen Downstream von bis zu 384 kBit/s an. Theoretisch kann der EDGE-Standard aktuell maximal bis zu 473 kBit/s übertragen.
Welche Technik steckt hinter EDGE?
Der EDGE-Standard bietet im Vergleich zu anderen Standards wie UMTS und HSDPA den großen Vorteil, dass er keine komplett neuen Sende- und Empfangsanlagen benötigt, vielmehr setzt EDGE auf den vorhandenen GSM- und GPRS-Standards auf. Die bestehende Infrastruktur muss nicht aufwendig ausgetauscht werden und sorgt somit für eine erhebliche Kostenersparnis im Vergleich zu UMTS, HSDPA und DSL. Oftmals in nicht mehr nötig als ein reines Software Update um bestehende GSM- und GPRS-Netze auf den EDGE-Standard aufzuwerten.
Von der Funktionsweise her funktioniert EDGE genau wie GPRS und versendet Daten in Form von Paketen über ein GSM-Netzwerk. Im Vergleich zu GPRS besitzt EDGE allerdings ein weiterentwickeltes und besseres Modulationsverfahren, das es EDGE ermöglicht, im gleichen Zeitraum mehr Pakete (Daten) zu versenden und zu empfangen, als es dem GPRS-Standard möglich ist. Dieser Vorteil äußert sich in höheren Down- und Upstreams im direkt Vergleich zu GPRS. Das EDGE-Netz verfügt auch über eine höhere Stabilität als die beiden herkömmlichen Standards GSM und GPRS. Somit kommt es zu weniger Geschwindigkeitseinbrüchen, stabileren Up- und Downstreams und weniger Überlastungen.
EDGE hat aber auch Nachteile hinsichtlich der Pingzeiten. Durch den relativ hohen Ping von 200 bis 450 Millisekunden (!) - im Vergleich dazu bringen es UMTS auf durchschnittlich 200 und DSL auf rund 60 Millisekunden - sind per EDGE aufwändige Video- und Audiostreams, wie sie beispielsweise bei Videotelefonie und Konferenzen nötig sind, nicht ohne Bildaussetzer und Nachladephasen zu realisieren. Die nächste EDGE Ausbaustufe sollte hier aber Abhilfe schaffen.
Wie sieht die Zukunft von EDGE aus?
In naher Zukunft ist eine weitere Evolutionsstufe von EDGE geplant, die unter dem Namen "Evolved EDGE" erscheinen soll und einen Downstream von bis zu 1200 kBit/s (1,2 MBit/s) ermöglichen soll. Mit dieser Ausbaustufe sollte EDGE auch in der Lage sein, eine echte Alternative zu UMTS und HSDPA im mobilen Bereich zu werden was Downloadgeschwindigkeit und Komfort betrifft.
Wo ist EDGE aktuell verfügbar?
Die großen Mobilfunknetzbetreiber haben dafür gesorgt, dass EDGE mittlerweile fast überall verfügbar ist, wo auch GSM-Mobilfunknetze verfügbar sind. Mittlerweile ist EDGE in fast ganz Deutschland verfügbar und deckt weite Teile des Landes ab. Abhängig von der Verfügbarkeit des EDGE-Standards ist allerdings auch die Wahl des Mobilfunkanbieters.
Evolved EDGE könnte UMTS und HSDPA Konkurrenz machen
Sollte EDGE in naher Zukunft auf den neuen Evolved EDGE-Standard mit bis zu 1,2 MBit/s ausgebaut werden, so könnte EDGE eine ernste Konkurrenz für UMTS und HSDPA werden. Aktuell bietet es sich wegen der hohen Pingzeit und dem nur mittelmäßigen Downstream eher für mobile Kleingeräte wie Handys und PDAs an.
News zu EDGE
Der Siemens-Netzwerkbereich hat jetzt den dritten Großauftrag in Folge von der Deutschen Telekom erhalten. Wiederum geht es um Edge Router, die den Breitbandzugang für T-DSL liefern sollen.